Candy Bukowski

Autorenblog

Eine Menge Fragen & Antworten

12 Kommentare

Dieser Januar hat es in sich. Er wirft mit einer Menge Fragen um sich. Im Privaten seit Wochen, in den letzten Tagen aus drei verschiedenen Blogs. Während mir im einen die Antworten ausgehen, versuch(t)e ich den anderen bestmöglich gerecht zu werden. Es hat ja schließlich etwas mit Respekt zu tun, einander Fragen & Antworten wert zu sein.

Lieben Dank also zunächst an Ludwig Zeidler, der mich zu seinem „Blogprojekt: Rückfragen Neun / by. Candy Bukowski“ einlud. Rituale, Herausforderungen und nichts Geringeres als meine Sicht über die Zeit standen dort auf dem Plan, somit trafen die „Neun“ mitten auf die „Zwölf“, wer sich dafür interessiert, fühle sich herzlich eingeladen.

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Dann wurde ich erneut mit dem „Liebster Award“ beschenkt. Darüber freut sich mein kleines Blogherz sehr und dass mich eine der bitterbesten Emotionssezierer-Stimmen meiner Blogroll dafür nominierte, ist noch viel besser. This Bloke. A Mate. blies mal eben alle üblichen Award-Regeln in den Wind und stellt erfrischend scharf eine einzige Frage, an der man sich selbst bis aufs Fleisch sezieren kann: „Warum genau das, und nichts anderes?“

Tja. Antwort gefällig?
„Genau das und nichts anderes“ gehört vermutlich zu den besten Momenten im Leben. Kommen ja nicht allzu oft vor, die Situationen, in denen man glasklar sehen kann, wohin man künftig sehen will. Wofür die Leidenschaft pocht und das Herz schlägt und alle Antennen auf Empfang stehen.
„Genau das und nichts anderes“ ist ein Geschenk. Ein Riesenpaket an Glücksversprechen, das nicht nur vom Wunsch, sondern auch vom Wollen getragen wird. Und wo der Wille bereits tobt, ist das Können nicht allzu weit entfernt. „Genau das, und nichts anderes“ ist, sich aus dem Traum zu verabschieden und sich der Realität zu stellen. Damit kann man Begrenzungen einreissen, neue Möglichkeiten schaffen und über alles hinauswachsen, woran man mit „irgendwann“ und „vielleicht“ bitter scheitert. „Genau das und nichts anderes“ ist radikale Akzeptanz eigener Wünsche. Der Schritt von der Sehnsucht zum wirklich haben wollen, zum wahrhaftig tun. Die Eleminierung des Konjunktivs.

„Warum genau das, und nichts anderes?“
Weil es alles ist, wonach ich hungere.
Weil es alles ist, in dem ich mich richtig ahne.
Weil es mich stark und vollständig macht.
Weil es der einzige Ort, die einzige Aufgabe, die einzige Verbindung ist, in der ich mir vorstellen mag, wirklich anzukommen und zu sein. Weil es mein Leben werden soll, falls es das nicht schon ist.

Also etwas, das ich jedem Menschen in reichem Maße wünschen möchte.
Mit diesem mittelmäßigen Versuch einer Antwort, reiche ich das Stöckchen weiter an

  • den Schriftsteller Alexander Winter. Nicht zum ersten Mal, aber es gibt einfach keinen Vergleichbaren, von dem ich mir ebenso gerne, aufs Feinste geschliffene Glasscherben zum Kauen und Verdauen abhole,
  •  Achim Spengler, von dem ich viel zu lange nichts mehr gelesen habe, was ausschließlich an meiner knappen Zeit und nicht seinen immer interessanten Beiträgen liegt,
  • und Sarah Riedberger, meine liebste Seeungeheuer-Tötende.

Fühlt Euch nominiert und eingeladen, mit der – mir stets auf der Seele brennenden- Frage „Was tut die Zeit, während sie nicht heilt?“

Last but not least, hat Sabine Wirsching einen „Dichter & Denker Award“ ausgerufen, bei dem es um die Suche nach dem Guten im Schweren gehen soll. Auch hier bedanke ich mich herzlich für die Nominierung, aber bitte um ein paar Tage Zeit. Aktuell gibt es einfach zu viele Fragen und zu wenig Antworten. Auch für mich.

Habt eine gute Zeit dort draußen!

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Autor: Candy Bukowski

Autorin beim Verlag edel & electric. Lieferbare Titel: "Der beste Suizid ist immer noch sich tot zu leben" (30 Erzählungen) Print 2014 / eBook 2015. "Wir waren keine Helden" (Roman) Print & ebook 2016

12 Kommentare zu “Eine Menge Fragen & Antworten

  1. Liebe Candy,

    much appreciated … deine Einladung. Über das Thema Zeit und über das, was sie tut, wenn sie nicht heilt, will ich mir gerne den Kopf zerbrechen. Habe nur ein wenig Geduld. Meine „blogging time“ ist zur Zeit knapp bemessen. Aber du kennst ja auch die Frage: Was tut das „gut Ding“, wenn es keine Weile hat? :-)

    Herzliche Grüße an dich und an die Stadt, die ich heftig lieben gelernt habe.

    Achim

    Gefällt 2 Personen

  2. Ach, Danke, liebe Candy! Ich werde mich zeitnah mit der Frage befassen! Aber nebenbei: ich bin umgezogen. Demnach wird die Antwort an einer anderen Stelle erscheinen. Alles Liebe dir, du toller Mensch! <3

    Gefällt 1 Person

  3. Pingback: Alle 7 Jahre eine Krise - es ist wie verhext

  4. Was tut die Zeit, während sie nicht heilt ?

    sie stoppt die Welt, die sich dann nicht mehr dreht,
    sie hält in der Vergangenheit

    sie lockt die Bitterkeit, sie zwingt in eine tiefe Dunkelheit

    Was tut die Zeit, während sie nicht heilt ?

    sie schafft den Graben, der bestehen bleibt

    LG (tolle Frage !)

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  5. Pingback: Was tut die Zeit, wenn sie nicht heilt | A Readmill of my mind

  6. Liebe Candy, das Thema ist dann vermutlich doch etwas zu komplex für mich gewesen. Daher habe ich ein ziemliches Durcheinander an Heilung und Zeit und Zeit und Heilung aufgeschrieben. Aber wenn nicht jetzt, dann wohl nie. Danke für die Frage und jetzt hätte ich gerne deine Betrachtung, deine Antwort darauf.
    https://wirsindnochhier.wordpress.com/2016/02/11/die-zeit-heilt-nur-die-gesunden/

    Gefällt 1 Person

    • Großartig, ich danke Dir sehr, liebe Sarah! Genau deswegen, weil Du Dich mit Sprachbildern an alles anzunähern vermagst, weil bei Dir die Zeit ein Mensch wird, ein Versager, ein immer wieder Aufsteher, jemand zum in den Arm nehmen und Wegstossen, – genau deshalb habe ich Dich zu der Frage eingeladen. Wie auf FB geschrieben: für dieses Können im Kampf, für Deine Bilder, verehre ich Dich sehr. Danke! <3 Candy

      Gefällt 1 Person

      • Ich danke dir so sehr, Candy! Hab gar keine eigenen Worte mehr für deine ganzen lieben, wirklich, ich bin richtig leer vor Dankbarkeit ob all dem Schönen <3

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