Candy Bukowski

Autorenblog


Ein Kommentar

Liebster

liebster-award
Es ist schändlich. Bereits im November wurde ich durch den, von mir hochgeschätzten Monsieur Manie (…Schreiber vor dem Herrn, ein schmerzhafter Denker und noch viel schlimmerer Fühler, einer dem ich stundenlang mit angestrenger Stirnfalte auf seinen Lesungen lauschen könnte und dessen wortbändigender Wahnsinn mich wie kein anderer mitten in den Solarplexus treten und dennoch befreit durchatmen lassen kann…) für  den Liebster Blog Award nominiert. Und ich habe es nicht einmal mitbekommen, weil ich meine Lieblingslese-Blogs seit geraumer Zeit sträflich vernachlässige, mein eigenes sowieso, irgendwie ist zuviel Leben, zumindest zuviel Alltag. Ach was! Zu viel verschenkte Zeit für irgendwas. Und dann finde ich nun durch Zufall seine Einladung. Schändlich, wie gesagt. Lieber Monsieur Manie, ich bitte vielmals um Entschuldigung, danke herzlich für die Wertschätzung und hole jetzt pronto die Beantwortung der Fragen nach, zu denen Du mich eingeladen hast.

1. Welcher Autor hat dich das letzte Mal berührt? (Im Zweifelfall auch unsittlich).

Ich habe noch mit keinem Autor geschlafen, das sollte vielleicht auf die Bucket List ;)
Als Erzähler aktuell Robert Seethaler „Der Trafikant“, als Erleber Roger Willemsen mit „Gute Tage – Begegungen mit Menschen und Orten“ und rein persönlich Nina George und Mel Raabe die beide meinen Helden-Roman nicht nur gelesen, sondern auch unglaubliche Worte dafür gefunden haben. Ich gebe zu, das hat mich sehr berührt.

2. Was kann uns noch retten?

Keine Ahnung. Twitter? Alkohol? Der Weltfrieden? Ehrlichkeit? Lüge?
Es mag langweilig klingen, aber ich glaube, wir können uns nur gegenseitig retten.
Länder, die sich gegenseitig unterstützen, Politik die menschlich handelt, Presse die sich von Populismus distanziert, Firmen die Umsatz und Ethik gleichgewichten, das Freiheitsbekenntnis von Rosa Luxemburg, Menschen die Menschen mögen, Liebende die sich eine Insel bleiben. Existieren kann jeder für sich alleine, retten müssen wir uns gegenseitig.

3. Was war dein größtes Scheitern?

Puh. Ich scheitere, wie vermutlich die meinsten Menschen, durchgängig bevorzugt an mir selbst. Vielleicht rede ich mir das mit den anderen Menschen aber auch nur ein, um mich bei dem Thema nicht einsam unfähig fühlen zu müssen. Mein größtes Scheitern wurzelt in einer finanziellen Fehlentscheidung vor vielen Jahren und hat seitdem wie ein unbezwingbarer Dominostein alles folgende touchiert, umgerissen oder sich verzweigt. Ein Sorgengesteuerter Mensch ist unfrei und bräuchte jemanden, der ihn aktiv an die Hand nimmt und ein Ziel definiert. Für einen freiheitsliebenden Menschen wie mich, ebenso viel Widerspruch, wie Fiasko.

4. & was dein kleinster Erfolg?

Der, der Träumer und Spinner. Ich bin immer wieder aufgestanden und habe mir fast trotzig eine Menge Leichtigkeit erhalten.

5. Was davon war im Nachhinein wichtiger & warum?

Was ist wichtiger? Leben oder Lachen? Haben oder Sein? Lieben oder Sicherheit? Daran haben sich schon größere Köpfe die Stirnen blutig gestossen. Ich habe akzeptiert, dass wir diejenigen sind, zu denen wir uns durch unsere Entscheidungen und Nichtentscheidungen machen. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne wüßte, welcher Mensch ich durch andere, ja auch bessere, Entscheidungen geworden wäre.

6. Was ist dein Lieblingsort (in deiner Stadt oder: in irgendeiner Stadt)?

Venedig!

7. Weswegen?

Weil es der erste Ort auf der Welt für mich ist, an dem Vergänglichkeit und Verfall ihre wunderschöne, starke Seite zeigen. Dort kann ich die beiden Monster nicht nur ertragen, sondern lieben und annehmen. Welcher Platz täte mehr für mich, als dieser?

8. Welcher persönliche Gegenstand liegt dir am Herzen & warum?

Da gibt es natürlich eine Menge intimer Dinge, die nur für mich eine Bedeutung besitzen. Aber ich habe mich kürzlich tatsächlich eimal gefragt: was wäre denn eigentlich, wenn so ein ganz wahnsinniger Worst Case eintreffen würde? Wenn du dein heiliges Smartphone und alle schnelle Kommunikation nach außen aufgeben müsstest? Was, wenn du gezwungen wärst, all das vermeintlich wichtige Zeug auf etwas zu reduzieren, das du bei dir tragen könntest und das die Kraft hat dich hochzuhalten? Anschließend habe ich einen, vor zwei Jahren erhaltenen, handgeschriebenen Liebesbrief in mein Portemonnaie gefaltet und trage ihn seitdem immer bei mir. Ich denke, er liegt mir wohl sehr am Herzen.

9. Aus welchem Film bist du aufgestanden & gegangen?

Ganz ehrlich? Auch wenn es niemand verstehen wird?
Es war vor vielen Jahren ausgerechnet „Herr der Ringe“ Teil 1. Einen Film, der mit 17 Oscars ausgezeichnet wurde, in der Pause zu verlassen, mag verschroben bis dekadent klingen. Ich schiebe es bis heute darauf, dass der Filmvorführer vermutlich total stoned war und den gesamten Kinosaal mit dem Sound dieses Monumentalstreifens bis nach Mittelerde katapultieren wollte. Mich hat die Aussicht auf drei Stunden Gemetzel in dieser Lautstärke tatsächlich ausgeknockt.


10. 1x dein Beerdigungssong, bitte

Nachdem ich nicht weiß, wie meine Seele an diesem Tag drauf sein wird, schwanke ich zwischen dem fast partytauglich-leichten Klassiker „Seasons in the sun“ und Gloria Gaynor „I am what I am“. Ich glaube, das könnte Spaß machen und ein bißchen Lebendigkeit in die unschöne Veranstaltung powern. Und wenn sich ein paar meiner absoluten Lieblingsmenschen später irgendwo eine Flasche Whiskey von der Tanke holen und einen schönen Platz an der Elbe finden mögen, wäre mein Seelchen damit ganz sicher schwer glücklich:

Der Liebster Award kennt Regeln, die sind mir aber, ebenso wie Monsieur Manie, ehrlich & mal ganz unkonventionell gesagt: wurscht, & zwar reichlich. Ich nominiere, wer mir am Herzen liegt. Das wären vor allem: 1. Westendstories, Künstlerin und herznahe Lieblings-Chaosfrau; 2. Mutterseelesonnig, eine der Alleinerziehenden, die unbedingt mehr zu Wort kommen muss;  3. den klugen, sehr geschätzten Achim Spengler, in der Hoffnung, dass er Lust auf diese kleine Bauchnabel-Show hat.

Meine Fragen , zu denen ich Euch gerne einladen möchte:

1) Was liegt auf dem Nachttisch und warum?
2) Wer bist du morgens um 7?
3) und wer um 23 Uhr?
4) Dein Sehnsuchtsort und einer, an dem du nie wieder sein möchtest
5) Was will / muss unbedingt noch erlebt werden?
6) Was kann Kunst (jegliche Form die Du magst) bewegen?
7) Was macht dich sprachlos?
8) und wobei kannst du nicht an dich halten?
9) Wer oder was würde Dich aktuell am besten retten?
10) Dein ultimativer Mut-, Überlebens- oder Freude-Song ist?


9 Kommentare

Lächelnd, ohne Wenn und Aber und ohne jedes halbherzige Vielleicht

Schöne Tage. Viel Lachen und Erzählen, Denken und dann die Gedanken frei-, los-, tanzenlassen. Frauenpowertage. Mädelsabende. Kennt jeder, nennt jeder anders, sind immer großartig. Alles ist großartig, mit einem der richtigen Menschen, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort. Dann wenn alles einfach wird. Das Leichte, das Schwere, wir sehen uns viel zu selten und solltenwollten doch viel öfter… kennt jeder, macht jeder unbelehrbar immer wieder ähnlich falsch, wir befinden uns in bester Gesellschaft.

Wir waren unterwegs. Haben uns ein Taxi geleistet und den Fahrer amüsiert angezickt, weshalb er in einem Großraum-Wagen vorfährt. Keine Frau dieser Welt möchte von solch einem Ding transportiert werden. Wir haben gelacht, als er uns  sein Taxi „als geilste Stretchlimo in town“ verkaufte und waren überrascht, als es im Innenraum tatsächlich sechs gewaltige Ledersitze mit Beinfreiheit für so ziemlich alles gab, wovon man in einem Wagen mit verdunkelten Scheiben so träumen könnte. Die Minibar gestaltete sich als übersichtlich, aber existent. Wir wurden eindeutig schon schlechter chauffiert.

Wir waren trinken. Im sympathischen Wohnzimmer-Club 20457 mit dem freundlichsten Gastgeber von allen. Wir haben in bestem Club-Ritual zusammen mit Toni jeder einen Finger in Sambucca getaucht, sie nacheinander angezündet, im Mund gelöscht und das Teufelszeug anschließend auf ex gekippt. Wir hatten Erdbeerlimes und Aperol Sprizz und ein paar Bier, manchmal brauchst du nicht mehr, manchmal ist dies das Beste für den aktuellen Moment, dessen Vergänglichkeit sich gerne etwas hinziehen dürfte.

Wir hatten den besten Platz an der Theke und der Himmel weiß, Theken können ganz wunderbare, großartige, einsame oder ernüchternde Plätze sein. Und wir waren gerne geduldete Gäste einer, um uns herumbrodelnden, familiären hundert Personen Gesellschaft. Es gab ein 50jähriges Geburtstagskind, ein Ständchen und die besten Songs der 80er. Und fucking nochmal, eine unglaubliche Menge an unheimlich schönen, jungen Menschen . Wir hatten Spaß, mit uns und mit allen und haben sie nach und nach gescannt. Wer mit wem und wer von den Einzelnen auf einer Skala von 0-10…., es gibt bedeutend unlustigeren Zeitvertreib, wenn man zusammen in einer Bar endlich mal wirklich Zeit hat.

Wir waren uns absolut einig, dass das erotischste und interessanteste Paar des Abends, nicht eines der jungen, noch ungelebt glatten war. Sondern eines in den gut Vierzigern. Sie eine klassische Schönheit, hochgewachsen, grazil, mit sinnlichem Mund, Kurzhaarfrisur und sprühenden Augen. Er bärtig, angegraut, groß, breit, Hornbrille, lässiges Jacket. Und beide zusammen eine offensichtliche Insel aus Intimität, Berührung, unheimlich viel Lachen, faszinierender Präsenz. Und es war keine Frage, dass ich mich irgendwann einfach durch die Menge zu ihnen treiben ließ, um ihnen exakt dies auch zu sagen.

Wir waren für ein paar Augenblicke uns Unbekannte mit Seeleenberührung. Weil es so selten ist, dass jemand Schönes ausspricht, obwohl es nach allgemein gültigen Maßstäben nichts zu sagen gäbe. Ohne Erwartung, Sinn oder Ziel, nur einfach ein ehrlicher Moment, der so offen und ungeschützt sicher ist, dass man sich einfach unter Fremden innig in die Arme nehmen und zu Dritt küssen kann. Lächelnd, ohne Wenn und Aber und ohne jedes halbherzige Vielleicht. Ein lebenswert schöner, berührender kleiner Moment.

Wir waren am nächsten Morgen bummeln und die Sonne des Frühlings suchen und haben leider nur seine erste, kleine Wärme gefunden. Aber draußen saßen wir, draußen! Zwei Kaffee im „Westwind“ auf dem Platz bestellt und fast sickert schon wieder Abschiedsstimmung durch den lachenden Rückblick des vergangenen Abends. Wertvoll waren die gemeinsam verbrachten Stunden. Lass uns das bald, hörst Du, nicht erst nach Monaten wieder tun?

Die junge freundliche Bedienung kommt, stellt die Tassen vor uns und ist sichtlich überfordert, als du sie um braunen Zucker oder noch besser Honig bittest und ich sie um Süßstoff.. Sie schaut unsicher von links nach rechts und in ihrem hübschen, blonden Kopf sehen wir Süßes haltlos durch ihre Synapsen schwirren. „Honig – Süßstoff – Honig – Süßstoff“ sage ich deshalb ganz langsam zu ihr und zeige dabei bedächtig jeweils passend zu dir oder zu mir. Ein klein wenig gemein komme ich mir dabei vor. Aber nur ein wenig, ein klitzekleiner, amüsanter Moment ohne böse Tiefe. Auch als wir grinsend beobachten, wie sie schließlich mit angestrengtem Blick und überkreuzten Händen beides vor den passenden Empfänger legt.

„Es ist Saisonstart. Der Service-Nachwuchs orientiert sich noch“, sagst du trocken. Wir schauen uns mit zuckenden Mundwinkeln an und brechen schließlich in Zeitlupe lachend zusammen. Alles ist großartig, mit einem der richtigen Menschen, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort.


Hinterlasse einen Kommentar

Unterwegs: Venedig

Venedig im Februar ist ein Traum.
In Lebendigkeit und Verfall, in buntesten Farben und in zeitlosem schwarz-weiß.
Ich bin schockverliebt in einen Ort, der mich erstmalig mit der Vergänglichkeit versöhnt.
Und melancholisch ob des bohrenden Wissens, dass man dort auch leben könnte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


4 Kommentare

Vom ersehnten Zauber der Tristesse

Die Helden sind in den letzten Monaten ganz schön herumgekommen! Das ist toll für mich, herzlichen Dank an alle, die das Buch so sehr mögen, dass sie es mitgeschleppt und an so viele wundervolle Orte in fast der ganzen Welt gebracht haben. Höchste Zeit, all diese Fotos nicht nur auf Facebook tagesaktuell hochzuladen, sondern ihnen hier eine kleine „hall of fame“ einzurichten.

Das nächste Bild kommt dann vermutlich in Kürze aus Venedig
Diesmal werde ich – wie nach Amsterdam – die Helden selbst mitnehmen und sie zusammen mit dem Liebsten in eine Gondel packen. Ich freue mich seit Monaten unheimlich auf diese Reise. Mehr als ich es sagen kann. Mein Herz, meine Seele, mein Kopf brauchen Venedig im Februar. Eine fremde andere Welt, all die bisher nur gedanklich gefahrenen Wasserstraßen, den Zauber italienischer Geschichte, alte Palazzos mit Mauern zum Anfassen, die schmerzhaft schöne Romantik vergänglicher Augenblicke, die Lust am Essen und Lieben, am Glück geschenkter Tage und Nächte.

Ich muss mich auftanken gehen, in einer Stadt, der auch die Tristesse eines kühlen Februars den Charme nicht rauben kann. Und ganz ohne Frage, werden all die Gesichter dieser Stadt, auch meine Schreibsperre innerhalb des neuen Buchprojekts auflösen. Ich habe mich die letzten Monate so sehr selbst damit gegängelt, nach vermeintlich vorgegebenen Regeln besser zu schreiben (…“Stringenter erzählen, Candy! Klassisch verlegtes Romangenre hat seine klaren Regeln, du musst sie endlich erfüllen“..), daß kaum eine mühsam gefeilte Seite noch vor mir selbst bestehen konnte.

Fuck of! Schluss mit dem Verbiegen!
Die Bukowski wird dieses Jahr Fünfzig. Lassen wir sie ihren ureigenen Stil schreiben.
And so what? Wenn sie damit nicht ausreichend in Programmschubladen passen sollte, was noch zu beweisen wäre, dann verlegt sie sich eben wieder selbst. Nichts wäre schlimmer, als künftig passend stromlinienförmig, aber an Worten leider ausgeblutet zu sein. Schluß mit dem Zauber!

In Kürze also Venedig. Ich weiß, ich werde es lieben.
Und keine Kompromisse mehr. Niemals mehr, als unbedingt nötig.
Euch allen eine gute Zeit, da draußen.
Ahoi!

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 


Hinterlasse einen Kommentar

„Wir waren keine Helden“ live – Lesungen 2016/17

Ja! Ab morgen geht es endlich wieder los, es stehen kurzweilige frische Lesungen, mit Moderation und lockerer – natürlich wahnsinnig intellektueller – Unterhaltung über Helden im Allgemeinen und im Besonderen an. Bisher waren alle Lesungen, ob in HH, Berlin oder Bochum, stets ein großes Vergnügen, deshalb bin ich ganz optimistisch, dass es auch so weitergeht. Und hey! – Morgen gibt es sogar Drinks & Barfly Stimmung, und somit überhaupt keinen Grund, irgendwo anders zu sein.
Ich freue mich unheimlich auf Euch!

Die aktuellen Termine 2016/2017:

09.12.16:
HAMBURG – Club 20457: Helden Lesung
Es moderiert Jan Ehlert vom NDR

20 Uhr / Einlass 19 Uhr
Eintritt: € 8,-

17.02.2017
HAMBURG – Büchereck Niendorf
19.30 Uhr
Eintritt: € 8,-

02.03.2017
KIEL – Buchhandlung Almut Schmidt
19.30 Uhr
Eintritt € 10,-

28.04.2017
DILLINGEN / SAARLAND – Buchhandlung Drachenwinkel
es moderiert Isa Theobald
20.00 Uhr
Eintritt: € 6,-

24.09.2017
STUTTGART – Merlin Kulturzentrum
11.30 Uhr
Eintritt: Vorverkauf € 6,- / Abendkasse € 8,-


7 Kommentare

Die totale Grenzerweiterung

Zwei Dinge möchte ich heute gerne loswerden. Überpünktlich eigentlich, ich erkenne mich selbst kaum wieder. Der Grund dafür lautet: Bad Bentheim. Das ist ein erholsames Kaff Örtchen, nahe der niederländischen Grenze, in das ich in Kürze reisen werde, um zu entspannen. Toll, oder? Luxus pur! Ein nigelnagelneuer „Arsch der Welt“ für mich, auf den ich mich unheimlich freue, auch wenn mich nach einer Woche vermutlich die Langeweile zu schrecklichen Sportarten zwingen wird. Man mag sich ja gar nicht ausdenken, zu welch furchtbaren Grenzerweiterungen solch ein Ort einen zu treiben fähig ist.

Am Ende beginne ich so eine klischeegetränkte Kurschatten-Geschichte mit Heinz-Wilhelm aus Castrop-Rauxel. Oder noch frustierender: werde Seidenbatiken. Vielleicht quäle ich Euch auch nur mit frischen Geschichten aus einer neuen Anstalt. Oder blogge mein trostloses Abendessen. Man weiß es nicht. Grenzerweiterung. Krankenkassenabgerechnet. Früher war unbestritten mehr Lametta.

Egal. Was ich eigentlich sagen wollte:
es soll ja ganz zauberhafte Leser*innen unter Euch geben, die meinen Heldenroman so unverschämt gut finden, dass sie ihn sogar zu Weihnachten verschenken wollen. Mit Widmung und so, das macht sich gerade bei unbekannten Autoren noch unheimlich gut, wegen persönlich und so. Ich schreibe da exakt, was Ihr haben wollt, oder dichte aus dem Handgelenk neue Lebensweisheiten, die Euch richtig cool dastehen lassen. Ganz nach Wunsch, Autor zum Anfassen und weiterreichen.

Wenn Ihr allerdings zu diesen zauberhaften Leser*innen gehört, dann solltet Ihr mir unbedingt sehr bald eine Bestellung schicken. Noch bevor mich Heinz-Wilhelm im Frühstücksraum zum Tischtennis-Spielen einlädt. Denn in Bad Bentheim bin ich ja anonym. Keine Sau kennt mich da, und ich werde auch nur ein einziges Exemplar der Helden dabei haben. Meins.

11223821_721549167980164_7822461804907891036_o
Denn das brauche ich, um am 9.12. kurz nach Hamburg zurück zu düsen, um meinen Termin im Club 20457 einzuhalten und daraus vorzulesen. Möglichst amüsant und total bewegend. Der coolste Event-Kneipier überhaupt, Antonio Fabrizi, hat mich eingeladen, da einen Helden-Abend zu geben. Der war vor einem Jahr schon super, deshalb machen wir ihn jetzt ganz exklusiv und erlebnisorientiert nochmal größer. Außerdem steht mein Name dort an der Wand, ich muss schauen, was ich letztes Jahr nach vielen Aperol Sprizz dort verbrochen habe.

Der Hammer ist, dass Jan Ehlert vom NDR moderieren wird. Sagt man ja so. In Wahrheit ist er Literaturredakteur und wird mir vermutlich Fragen stellen, von denen ich mir heute noch keinen Begriff mache. Das kann peinlich oder kurzweilig amüsant werden. Auf jeden Fall wäre es natürlich schön, wenn jemand zum Zuschauen, Zuhören und Mittrinken da wäre. Klarer Vorteil eines Clubs: man darf nicht nur, man MUSS trinken. Das kommt mir nach drei Wochen Tischtennis mit Heinz-Wilhelm sehr entgegen, und Euch ja vielleicht auch.

Kurzum: es wäre toll, wenn Ihr kommen würdet!
Am Fr. 9.12. um 20 Uhr gehts los, um 19 Uhr ist Einlass.
Tickets gibt es für € 8,- bei Eventim und anmelden kann man sich hier bei Facebook.

Ahoi!
Ich freue mich auf Euch!
Candy

 


4 Kommentare

24 Stunden #fbm16

Im vergangenen Jahr war ich in Sachen Liebe für 24 Stunden in Paris, in der vergangenen Woche in Sachen Helden-Promotion für 24 Stunden in Frankfurt. Es scheint, ich bin ein 24 Stunden Typ. Das liegt mir sehr. Schnell hin, intensiv durch und schnell wieder zurück, man glaubt gar nicht, wieviel man komprimiert in 24 Stunden erleben kann.

Beide Ausflüge gingen ebenso ins Herz, wie auf die Füße.
Bekanntlich kann man endlose Kilometer auf dem Buchmessen-Gelände in Frankfurt zurücklegen. Nur weil man da ist, ist man noch lange nicht angekommen, woran sich übrigens auch die Deutsche Bahn orientiert. Denn mein gebuchter Vormittags-Zug wurde überraschend einfach gestrichen. Was gut ist, denn ohne diesen Ausfall wären wir Reisenden niemals in den Genuss der Erfahrung gekommen, dass der Nachfolge-ICE in Hannover trotzig so lange angehalten wurde, bis genug Leute freiwillig für einen 25 Euro Gutschein ausstiegen, bis die zulässige Beladungskapazität nicht mehr überschritten wurde. Weiterlesen


2 Kommentare

Nina George & Mel Raabe heldenlike

Dieses Gefühl, wenn große, erfolgreiche und nahbare Autorinnen überraschend Dein Buch lesen und solch herz-puschelnde Sätze dazu finden. Wow!
Ein großes Dankeschön an:

Nina George:
Candy Bukowski wirft dich zurück auf die Fragen: „bist du die geworden, die du hättest werden können? Hast du dich verraten? Wo stehst du, wenn nicht hinter dir?“ Und das macht Bukowski mit einer so intensiven Sprache, mit einem so rotzigen, charmanten, genauen Sound, mit einem für Debütantinnen ungewöhnlich ausgereiftem Stil, dass ich mich schockverliebt habe. Wir waren keine Helden ist nicht für Feiglinge.
(Nina George, Bestsellerautorin „Das Lavendelzimmer“)

Melanie Raabe:
Candy Bukowskis „Wir waren keine Helden“ ist eine wunderbare Coming-of-Age-Story: eine Geschichte von Aufbruch und Ausbruch, voller Musik und erzählt mit einem unwiderstehlichen Gemisch aus Coolness, Charme und Chuzpe.
(Melanie Raabe, Bestsellerautorin „Die Falle“)


3 Kommentare

Luke tanzt…

CAMARET SUR MER!
Nur wer „Wir waren keine Helden“ bereits gelesen hat, wird verstehen, wieviel mir diese beiden Fotos aus der Bretagne bedeuten! Heute Morgen vor der – immer noch existenten- Bar Germaine entstanden und an mich geschickt. Von dem einzigen, der mir genau diese Bilder schicken konnte. Luke tanzt… Weiterlesen


23 Kommentare

3 Jahre Candy Bukowski Blog – und es gibt Geschenke!

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.
Also machen wir das! Anfang August, vor exakt 3 Jahren und ziemlich genau ein Jahr nach dem legändaren „Herrengedeck“, ging dieses Blog online. Es stümperte sich nach und nach engagiert zu sprachlich Brauchbarem, lange Zeit mit täglichen Updates, immer verflixt nah am Leben, und oft erfreulich gemocht. Der erste Text 2013 war dieser: „Der letzte Kuss bleibt immer ungeküsst„, der noch viel Potential nach oben ließ.
Vieles hat sich seitdem verändert und zu den glücklichen Dingen zählt, dass dieses Blog mir tatsächlich das Sprungbrett zum wirklichen Schreiben bot. Auch wenn der sehnsüchtige Teller (siehe unten) noch lange leer bleiben wird, ich liebe das Foto, entstanden vor Jahren im Literaturhaus München, mit damals sehr begehrter Begleitung. Tja, nichts bleibt, mein Herz, doch alles ist beständig :)

Wie es sich für einen Geburstag gehört, gibt es natürlich auch Geschenke!
Hinterlasst mir doch einen netten Kommentar oder schickt mir eine Mail an candybukowski [at] gmx.de, und schreibt mir, welches meiner beiden Bücher Ihr gerne haben möchtet. Weiterlesen