Aktion „Hey!- Ich bin Zielgruppe“

Darf ich Euch eine kleine Anekdote aus dem Verlagswesen erzählen? Eine aus der Reihe „neckische Klassiker“, die fast jeder Autor kennt, die sich aber selten bis zum Leser herumsprechen?

Als mein neuer Titel „Eine neutrale Tüte bitte“ über die Agentur einen passenden Verlag suchte, waren ersteinmal alle großen Häuser dabei und bekundeten ihr Interesse. Alles was Rang und Namen hat, fast ausnahmslos jede große Mediengruppe wurde beim Thema „Sex“ hellhörig und forderte mehr Informationen an. Um anschließend festzustellen, dass der Titel gar nicht so schmutzig ist, wie gedacht. Potztausend, der brachte sogar gesellschaftsrelevante Elemente mit rein und einen durchaus liebenden Blick für Menschen, die sich offensichtlich (auch) an Schamgrenzen bewegen.

Was folgte, war die klassische Reaktion einer Branche, die Bücher am liebsten für bestehende Regalmeter in Buchhandlungen macht. In den Lektoraten wurde die elementarte Frage erörtert „Wer ist die Zielgruppe?“. Also die leicht erreichbare.

Der reine Sexkonsument mit Hang zur deftigen Erotik: nein. Die klassische Ratgeber-Käuferin für erotische Steigbügelhilfe schied wohl leider auch aus. Witziges Geschenkbuch mit Schwiegermutter-Tauglichkeit: Fehlanzeige. Irgendwas mit humorigen Berufsgruppen: dazu ist es zu sexlastig. Ebenso wie für das ernsthafte Feuilleton. „Darm mit Charme“ hat jeder… aber Sex? Das Schmuddelkind der Nation auf der Spiegel-Bestsellerliste? Reine Illusion.

Somit wurde in den großen Verlagshäusern entschieden: „es gibt keine Zielgruppe. Schade eigentlich, aber wir sehen da keine“. – Was wirklich schade war, denn die Marketingpower großer Verlage ist mächtig. So mächtig, dass sie Themen schaffen kann, von denen wir gar nicht wussten, dass sie uns interessieren.

Nun gibt es kleine, feine Verlage wie den Acabus Verlag, die mutiger sind und ihrem Gespür vertrauen. Dort sind die Wege kürzer und es gibt weniger Entscheider zu überwinden. Und schau mal einer an: die sahen eine Zielgruppe. Mehrere sogar. Kluge, aufgeschlossene, tolerante Menschen, die un-verschämt mit Sexthemen umgehen und sich darin wiederfinden. Aber auch die Suchenden, die Interessierten, die unzählbar vielen Hamburg Touristen, die etwas Reales von der Reeperbahn mitnehmen möchten. Auch die Medien, die, an der auf den ersten Blick nicht offensichtlichen Ebene, durchaus Gefallen finden könnten. Wie ticken Partnerschaften heute? Wie gehen wir mit unserer Erotik um? Gesellschaftsrelevanz weitab vom Schmuddelimage – der SPIEGEL berichtet übrigens bereits in seinem aktuellen Heft 7 vom 9.2.19. Hallo! Der Spiegel!

Und schau an: es scheint eine Zielgruppe zu geben, denn mit dem Erscheinen des SPIEGEL tut sich eine Menge beim Amazon-Ranking. Aktuell Platz 13.000, das ist eine großartige Hausnummer. Wer mich ein klein wenig kennt, weiß, dass Zahlen mich (leider) nicht interessieren. Das hat auch seine Nachteile, aber wir werden einfach nicht so richtig warm miteinander. Alles was zählbar ist, kommt und geht.

Was mich aber total begeistert, ist: Reichweite. Und was diese nun sichtbar macht, nämlich dass es diese angeblich nicht vorhandene Zielgruppe gibt. Dass sich Menschen für ein Thema interessieren, dass etwas mit ihnen zu tun hat. Mit ihrer Sexualität, ihrer Lust, ihren Sehnsüchten und Wünschen. Den erfüllten und unerfüllten. Sex ist nicht notgedrungen Schmuddel, Sex ist ein Teil des Glücks, das wir in unserem Leben haben möchten. Dass sich dies – vielleicht auch mit dem SPIEGEL ONLINE Video zum Buch – transportieren lässt… DAS macht mich glücklich!

Und jetzt kommt Ihr ins Spiel!
Lasst uns doch bitte der Verlagswelt dort draußen zeigen, was eine sichtbare Zielgruppe ist!

Gebt Ihr Gesicht, gebt ihr Stimme, Augenzwinkern, Fotobeweise, gebt ihr Reichweite. Tut bitte mir, diesem Buch, Eurem Anspruch an freien Kopf und toleranter Lebenseinstellung, diesen Gefallen.

Meine große Bitte: fotografiert Euch und/oder Euer Buch „Eine neutrale Tüte, bitte“ in allen nur denkbaren Situationen Eurer Normalität. In der U-Bahn, an der Uni, am Arbeitsplatz, im Cafe….. neben der Teetasse oder auf nackter Haut, zwischen Euren Lieblings-Sextoys, der Tageszeitung und dem Mittagessen, auf Latex oder dem Kuschelkissen… Was auch immer!

Und dann teilt diese Fotos auf Instagram, Facebook, Twitter, Pinerest & co mit den Hashtags #eineneutraletuetebitte #candybukowski #boutiquebizarrehh #acabusverlag und was Euch sonst noch so passend erscheint. Vielleicht sogar mit #ichbinzielgruppe

Das wäre sowas von einer schönen Harke Sache! ;)

Also, liebe Menschen von Deggendorf bis Flensburg und von Saarbrücken bis Berlin: wer hat alles an diesem Buch Spaß und wo ist die Zielgruppe? Lasst sie uns in den kommenden Wochen sichtbar machen. Dankeschön für Euren – im wahrsten Sinne des Wortes – unbezahlbaren Support! <3




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