Candy Bukowski

Autorenblog


Ein Kommentar

Liebster

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Es ist schändlich. Bereits im November wurde ich durch den, von mir hochgeschätzten Monsieur Manie (…Schreiber vor dem Herrn, ein schmerzhafter Denker und noch viel schlimmerer Fühler, einer dem ich stundenlang mit angestrenger Stirnfalte auf seinen Lesungen lauschen könnte und dessen wortbändigender Wahnsinn mich wie kein anderer mitten in den Solarplexus treten und dennoch befreit durchatmen lassen kann…) für  den Liebster Blog Award nominiert. Und ich habe es nicht einmal mitbekommen, weil ich meine Lieblingslese-Blogs seit geraumer Zeit sträflich vernachlässige, mein eigenes sowieso, irgendwie ist zuviel Leben, zumindest zuviel Alltag. Ach was! Zu viel verschenkte Zeit für irgendwas. Und dann finde ich nun durch Zufall seine Einladung. Schändlich, wie gesagt. Lieber Monsieur Manie, ich bitte vielmals um Entschuldigung, danke herzlich für die Wertschätzung und hole jetzt pronto die Beantwortung der Fragen nach, zu denen Du mich eingeladen hast.

1. Welcher Autor hat dich das letzte Mal berührt? (Im Zweifelfall auch unsittlich).

Ich habe noch mit keinem Autor geschlafen, das sollte vielleicht auf die Bucket List ;)
Als Erzähler aktuell Robert Seethaler „Der Trafikant“, als Erleber Roger Willemsen mit „Gute Tage – Begegungen mit Menschen und Orten“ und rein persönlich Nina George und Mel Raabe die beide meinen Helden-Roman nicht nur gelesen, sondern auch unglaubliche Worte dafür gefunden haben. Ich gebe zu, das hat mich sehr berührt.

2. Was kann uns noch retten?

Keine Ahnung. Twitter? Alkohol? Der Weltfrieden? Ehrlichkeit? Lüge?
Es mag langweilig klingen, aber ich glaube, wir können uns nur gegenseitig retten.
Länder, die sich gegenseitig unterstützen, Politik die menschlich handelt, Presse die sich von Populismus distanziert, Firmen die Umsatz und Ethik gleichgewichten, das Freiheitsbekenntnis von Rosa Luxemburg, Menschen die Menschen mögen, Liebende die sich eine Insel bleiben. Existieren kann jeder für sich alleine, retten müssen wir uns gegenseitig.

3. Was war dein größtes Scheitern?

Puh. Ich scheitere, wie vermutlich die meinsten Menschen, durchgängig bevorzugt an mir selbst. Vielleicht rede ich mir das mit den anderen Menschen aber auch nur ein, um mich bei dem Thema nicht einsam unfähig fühlen zu müssen. Mein größtes Scheitern wurzelt in einer finanziellen Fehlentscheidung vor vielen Jahren und hat seitdem wie ein unbezwingbarer Dominostein alles folgende touchiert, umgerissen oder sich verzweigt. Ein Sorgengesteuerter Mensch ist unfrei und bräuchte jemanden, der ihn aktiv an die Hand nimmt und ein Ziel definiert. Für einen freiheitsliebenden Menschen wie mich, ebenso viel Widerspruch, wie Fiasko.

4. & was dein kleinster Erfolg?

Der, der Träumer und Spinner. Ich bin immer wieder aufgestanden und habe mir fast trotzig eine Menge Leichtigkeit erhalten.

5. Was davon war im Nachhinein wichtiger & warum?

Was ist wichtiger? Leben oder Lachen? Haben oder Sein? Lieben oder Sicherheit? Daran haben sich schon größere Köpfe die Stirnen blutig gestossen. Ich habe akzeptiert, dass wir diejenigen sind, zu denen wir uns durch unsere Entscheidungen und Nichtentscheidungen machen. Was nicht heißt, dass ich nicht gerne wüßte, welcher Mensch ich durch andere, ja auch bessere, Entscheidungen geworden wäre.

6. Was ist dein Lieblingsort (in deiner Stadt oder: in irgendeiner Stadt)?

Venedig!

7. Weswegen?

Weil es der erste Ort auf der Welt für mich ist, an dem Vergänglichkeit und Verfall ihre wunderschöne, starke Seite zeigen. Dort kann ich die beiden Monster nicht nur ertragen, sondern lieben und annehmen. Welcher Platz täte mehr für mich, als dieser?

8. Welcher persönliche Gegenstand liegt dir am Herzen & warum?

Da gibt es natürlich eine Menge intimer Dinge, die nur für mich eine Bedeutung besitzen. Aber ich habe mich kürzlich tatsächlich eimal gefragt: was wäre denn eigentlich, wenn so ein ganz wahnsinniger Worst Case eintreffen würde? Wenn du dein heiliges Smartphone und alle schnelle Kommunikation nach außen aufgeben müsstest? Was, wenn du gezwungen wärst, all das vermeintlich wichtige Zeug auf etwas zu reduzieren, das du bei dir tragen könntest und das die Kraft hat dich hochzuhalten? Anschließend habe ich einen, vor zwei Jahren erhaltenen, handgeschriebenen Liebesbrief in mein Portemonnaie gefaltet und trage ihn seitdem immer bei mir. Ich denke, er liegt mir wohl sehr am Herzen.

9. Aus welchem Film bist du aufgestanden & gegangen?

Ganz ehrlich? Auch wenn es niemand verstehen wird?
Es war vor vielen Jahren ausgerechnet „Herr der Ringe“ Teil 1. Einen Film, der mit 17 Oscars ausgezeichnet wurde, in der Pause zu verlassen, mag verschroben bis dekadent klingen. Ich schiebe es bis heute darauf, dass der Filmvorführer vermutlich total stoned war und den gesamten Kinosaal mit dem Sound dieses Monumentalstreifens bis nach Mittelerde katapultieren wollte. Mich hat die Aussicht auf drei Stunden Gemetzel in dieser Lautstärke tatsächlich ausgeknockt.


10. 1x dein Beerdigungssong, bitte

Nachdem ich nicht weiß, wie meine Seele an diesem Tag drauf sein wird, schwanke ich zwischen dem fast partytauglich-leichten Klassiker „Seasons in the sun“ und Gloria Gaynor „I am what I am“. Ich glaube, das könnte Spaß machen und ein bißchen Lebendigkeit in die unschöne Veranstaltung powern. Und wenn sich ein paar meiner absoluten Lieblingsmenschen später irgendwo eine Flasche Whiskey von der Tanke holen und einen schönen Platz an der Elbe finden mögen, wäre mein Seelchen damit ganz sicher schwer glücklich:

Der Liebster Award kennt Regeln, die sind mir aber, ebenso wie Monsieur Manie, ehrlich & mal ganz unkonventionell gesagt: wurscht, & zwar reichlich. Ich nominiere, wer mir am Herzen liegt. Das wären vor allem: 1. Westendstories, Künstlerin und herznahe Lieblings-Chaosfrau; 2. Mutterseelesonnig, eine der Alleinerziehenden, die unbedingt mehr zu Wort kommen muss;  3. den klugen, sehr geschätzten Achim Spengler, in der Hoffnung, dass er Lust auf diese kleine Bauchnabel-Show hat.

Meine Fragen , zu denen ich Euch gerne einladen möchte:

1) Was liegt auf dem Nachttisch und warum?
2) Wer bist du morgens um 7?
3) und wer um 23 Uhr?
4) Dein Sehnsuchtsort und einer, an dem du nie wieder sein möchtest
5) Was will / muss unbedingt noch erlebt werden?
6) Was kann Kunst (jegliche Form die Du magst) bewegen?
7) Was macht dich sprachlos?
8) und wobei kannst du nicht an dich halten?
9) Wer oder was würde Dich aktuell am besten retten?
10) Dein ultimativer Mut-, Überlebens- oder Freude-Song ist?


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3 Jahre Candy Bukowski Blog – und es gibt Geschenke!

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen.
Also machen wir das! Anfang August, vor exakt 3 Jahren und ziemlich genau ein Jahr nach dem legändaren „Herrengedeck“, ging dieses Blog online. Es stümperte sich nach und nach engagiert zu sprachlich Brauchbarem, lange Zeit mit täglichen Updates, immer verflixt nah am Leben, und oft erfreulich gemocht. Der erste Text 2013 war dieser: „Der letzte Kuss bleibt immer ungeküsst„, der noch viel Potential nach oben ließ.
Vieles hat sich seitdem verändert und zu den glücklichen Dingen zählt, dass dieses Blog mir tatsächlich das Sprungbrett zum wirklichen Schreiben bot. Auch wenn der sehnsüchtige Teller (siehe unten) noch lange leer bleiben wird, ich liebe das Foto, entstanden vor Jahren im Literaturhaus München, mit damals sehr begehrter Begleitung. Tja, nichts bleibt, mein Herz, doch alles ist beständig :)

Wie es sich für einen Geburstag gehört, gibt es natürlich auch Geschenke!
Hinterlasst mir doch einen netten Kommentar oder schickt mir eine Mail an candybukowski [at] gmx.de, und schreibt mir, welches meiner beiden Bücher Ihr gerne haben möchtet. Weiterlesen


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Eine Menge Fragen & Antworten

Dieser Januar hat es in sich. Er wirft mit einer Menge Fragen um sich. Im Privaten seit Wochen, in den letzten Tagen aus drei verschiedenen Blogs. Während mir im einen die Antworten ausgehen, versuch(t)e ich den anderen bestmöglich gerecht zu werden. Es hat ja schließlich etwas mit Respekt zu tun, einander Fragen & Antworten wert zu sein.

Lieben Dank also zunächst an Ludwig Zeidler, der mich zu seinem „Blogprojekt: Rückfragen Neun / by. Candy Bukowski“ einlud. Rituale, Herausforderungen und nichts Geringeres als meine Sicht über die Zeit standen dort auf dem Plan, somit trafen die „Neun“ mitten auf die „Zwölf“, wer sich dafür interessiert, fühle sich herzlich eingeladen.

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Dann wurde ich erneut mit dem „Liebster Award“ beschenkt. Darüber freut sich mein kleines Blogherz sehr und dass mich eine der bitterbesten Emotionssezierer-Stimmen meiner Blogroll dafür nominierte, ist noch viel besser. This Bloke. A Mate. blies mal eben alle üblichen Award-Regeln in den Wind und stellt erfrischend scharf eine einzige Frage, an der man sich selbst bis aufs Fleisch sezieren kann: „Warum genau das, und nichts anderes?“

Tja. Antwort gefällig? Weiterlesen


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Und weit und breit, kein Tannenwald

„Alles Stricher außer Papa“ hat irgendein Sprayer in großen, flüssigen Lettern quer über die Wand des U-Bahnschachtes gedonnert. Ich schwebe auf der langen, steilen Rolltreppe direkt daran abwärts, und verziehe keine Miene. Aber es streift mich. Eindeutig ist da etwas, was sich regt.

Auch wenn ich offensichtlich reaktionslos bleibe. Die Hände tief in die Jackentaschen gebohrt, die Schultern ein wenig gegen die Kälte hochgezogen.
Der Dezember ist wieder einmal einfach über Nacht hereingebrochen und legt uns nun, für einige, schreckliche Monate auf Eis. Lauter unterkühlte Menschen, beständig fröstelnd. Jetzt, mitten in der Nacht, klirrt dir die eisige Leere an jeder Ecke entgegen. Alle fürchten sich vor dem alljährlichen Weihnachtswunder und verlieren sich im Kassensturz. Zwischen zu wenig Kohle und zu vielen Jahresendzeitgedanken.

Unten, am Gleis der U2, keine Menschenseele.
Ungewöhnlich, hier direkt am Hauptbahnhof, dem unangefochtenen Schmuddelkind der alten, freien Stadt, die so gerne makellos schön und weltoffen wäre.
Aber an manchen Stellen bekommt sie ihre kleinwüchsigen Armutswichte einfach nicht los. Die tummeln sich, wie die Ratten, in den schmutzigen Vierteln. Oben am Kiez, oder drüben am Steindamm, zwischen all den Pornokinos, den Billig-Varietès und den schmutzigen Kaschemmen. In denen du abends um Neun dein erstes Bier bekommst, und morgens um Acht, dein letztes. Und dazwischen einen scharfen Korn, oder einen schalen Fick.

Angerichtet auf der schmierigen Resopaltheke, die ihre besten Zeiten längst gesehen hat. Von den Frauen, die noch selten Bestes gesehen haben. Aber manchmal blitzt da in müden Augen eine Erinnerung an Jugend auf, oder die Hoffnung auf einen Schicksalsdreh, der alle gefallenen Würfel noch einmal wild durcheinander klappern und volle Punktzahl werfen könnte.
Dann wenn sich das Lippenrot zu einem breiten Lächeln kräuselt, tiefschwer Johannisbeer, verlaufend in den zarten Rillen, des, mit voller Wucht in die Fresse geohrfeigten, Alterns.

Aber das Glück ist ein Irrlicht, das zwischen Möglichkeiten und Träumen hin- und herspringt und uns fahrig macht, wenn wir den Weg nicht kennen. Das hier mal blitzt, und dann von dort, und wenn wir ihm vertrauen, anstatt uns selbst, dann bleiben wir eben stehen und krallen uns an die Resopaltheke, die ihre besten Zeiten niemals wieder sehen wird. Ganz egal, wo sie auch steht.

Man glaubt gar nicht, wie viele dieser Theken existieren.
Und welche Namen sie tragen, an welchen banalen Plätzen sie überall stehen. Wer sich an ihnen alles festkrallt.

„Alles Stricher außer Papa!“
Wer das hier an die Wand des  U-Bahn Schachtes donnerte, hat eine ganz gewaltige Theke irgendwo stehen. Der hat es nicht so unbedingt, mit Familie und Chancen, auch nicht mit besonders intelligentem Humor. Schon gar nicht, mit korrekter Interpunktion.

In der, vom Schatten gefressenen Ecke, kurz vor dem Bahnsteig, liegt ein Haufen Mensch. Ein Riese, ein Rübezahl der unter seinem verwilderten, grauen Bart herausschnarcht und dessen kolossaler Körper sich bei jedem, langen Atemzug in die Höhe sägt, um anschließend beim Ausatmen wieder in die Breite zusammenzufallen.
Er sieht ein wenig aus wie Hermes Phettberg, der mit der fernsehtauglichen Wahl zwischen Frucade- oder Eierlikördusel, mal fast ein mittelgroßes Lämpchen, zwischen all seinen Glücksirrlichtern wurde. Bevor ihn wieder die große Sehnsucht einnahm, nach der einen, wahren Liebe eines jungen, knackigen Jeansboys.

Was für eine tragische Figur. Der eine, wie der andere.
Hermes gegen Rübezahl 0:0.
Kein Sieger weit und breit.
Nur eine Scheißkälte. Und eisiger Wind, der sich am ungeschützten Gleisbett, an allem 37° Lebendigen, zu verbessern sucht.

Mit dröhnendem Rattern fährt die fast menschenleere Bahn ein.
Ich wähle den nächstbesten Platz, nehme erstmalig die klammen Hände aus den Jackentaschen und lasse die Schultern locker.

An der gegenüberliegenden Fensterseite sitzt eine schnabelnasige Blonde, die mit hochgezogenen Augenbrauen, zum schnarchenden Rübezahl, draußen auf seiner Pappmatratze starrt.

Der virtuelle „Sieg nach Punkte“- Zähler im Abteil, schnellt spontan hoch, auf Minimum 5:0. Die Bahn ruckelt an und rast pünktlich weiter, der nächsten Station entgegen.

In drei Wochen ist Weihnachten.
Und weit und breit, kein Tannenwald.

Candy Bukowski

Eine kleine, weihnachtliche Schreibübung, ausgerufen von der lieben Westendstories, unter dem Motto : „10 Wörter – eine Dezember Geschichte“.
Vorgegeben und eingearbeitet, wurden die Worte:
„Irrlicht – Rübezahl – Tannenwald – Johannisbeere – Weihnachtswunder – schnabelnasig – Varieté – Eierlikördusel – kleinwüchsig – schnarcht“


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Neue Stöckchenrunde

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Ulrike Schwieren-Höger vom Blog „Bilder und Buchstaben“ hat mir ein neues Stöckchen und den Liebster-Award zugeworfen.
Herzlichen Dank für die Wertschätzung, natürlich beantworte ich gerne Ihre/Deine Fragen und reiche auch weiter.

 

 

Stell dir vor, du bist die Hauptfigur eines Romans. Wer möchtest du sein?
Darf ich auch aus einem Filmskript wählen?
Dann Bonnie. Die, zusammen mit Clyde. Geile Zeit und was für ein Abenteuer :)

Und wer bist du?
Ich bin nicht Bonnie.

Was treibt dich an, die Arbeit auf dich zu nehmen, ein Blog zu gestalten?
Die Freiheit, darauf tun zu können, was mir gefällt, und der sture Wille, dabei immer besser zu werden.

Möchtest du lieber von vielen Lesern gelesen oder von vielen Kritikern gelobt werden?
*lach* Da das richtige Kritikerlob immer ein verflixt guter Steigbügel auf den scheuen Gaul „Buch“ ist, würde ich bei freiem Feenwunschalarm die vielen Kritiker wählen, um noch von viel mehr Lesern gelesen zu werden.

Glaubst du, dass du mit Bildern oder Worten etwas bewirken kannst?
Nein, ich bin besessen, aber nicht überheblich. Die Welt dreht sich mit oder ohne meine Worte.

Was war die beste Resonanz, die du bisher auf dein Blog bekommen hast?
Ich habe das große Glück, viel wundervolle, menschliche, wertschätzende Resonanz zu bekommen.
Die wertvollste, im Sinne von motivierendste, ist aber tatsächlich eine, die sich kritisch, konstruktiv und gerne auch lobend, mit meinen Texten auseinandersetzt. Es gab mal jemanden, der sagte, sie wären für ein Blog „verschenkt“. Das sehe ich anders, aber was er damit ausdrücken wollte, hat mir viel Mut gemacht.

Hast du eine „Schere“ im Kopf, wenn du schreibst, oder formulierst du völlig unbekümmert?
Ja, ich habe eine Schere im Kopf. Aber sie greift erst sehr, sehr weit hinten und schützt in erster Linie andere Menschen. Texte interessieren mich nur, wenn sie berühren können. Dafür müssen sie anrührend, oder schmerzhaft sein. Bei Angst vor Nacktheit und Intimitätsverlust, plätschert man recht schnell an der Oberfläche. Meine Meinung, muss nicht für jeden gelten.

Möchtest du berühmt werden?
Nein, aber das ist mit Schreiben ja auch so gut wie unmöglich.

Gibt es einen Prominenten, den du dir zum Vorbild nehmen würdest? Wenn ja, warum?
Ich war noch nie ein gutes Groupie. Aber ich hätte vielleicht gerne die Konsequenz von Herrndorf, die radikal gute Schreibe von Schrobbsdorf, die Menschenliebe eines Coelho, den Humor eines Kerkeling und das Bankkonto von Rowling ;)

Wo würdest du am liebsten leben?
Mit dem richtigen Menschen am richtigen Platz. Gerne mediterran und mit einem Laptop auf einem kleinen Tischchen im verwilderten Garten. Oder doch New York? Oder mal Venedig für ein Jahr? Ach, am Ende bleibt es doch Hamburg. Ich kenne mich doch.

Wirst du die Fragen beantworten und das Blog-Stöckchen weiter werfen?
Ja, wie geschehen. Ich finde das gehört sich, aus Respekt gegenüber dem netten Zeichen einer Nominierung.
Jeder hat etwas zu sagen, weshalb sich jeder eingeladen fühlen darf, das Stöckchen auch unaufgefordert anzunehmen, ich reiche es heute gerne im Speziellen weiter an:

Sarah Riedeberger
Marga Auwald
Monsieur Manie
Schlechter Sex und Dosenbier
Zolaski
Karfunkelfee
Voces Intimae
Westendstories
Sofasophie
Zurück in Berlin

Wäre schön, wenn Ihr Euch einladen lasst, zu Fragen wie

– Schreiben ist…
– Bloggst Du offen oder anonym und warum so und nicht anders?
– Worüber schreibst Du, was ist Dein Genre? (fiese Frage, ich weiß ;) )
– Begrenzt Du Dich selbst dabei, gibt es eine Schere?
– Das Beste und das Blödeste am bloggen ist…
– Was ist Dein liebster, eigener Text und warum?
– Das große Thema meines Lebens lautet…
– Ich bin eine coole Socke, weil…
– Ich bin arschlangweilig, wenn es darum geht…
– Der Wert der Dinge bemisst sich für mich ….

Herzlichen Dank und Grüße!
Candy Bukowski


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Blogger lesen für Blogger!?

Mal angenommen, wir veranstalten eine WordPress Bloggerlesung in Hamburg…
im goldenen September beispielsweise, in einer netten Kiezkneipe…

Und sagen wir mal, dort würde z.B. der großartige Andreas Glumm aus Solingen lesen. Womöglich auch die zauberhafte junge Wilde RocknRoulette aus Berlin. Und wer weiß, am Ende auch noch diese Dings… diese Candy Bukowski da oben, aus Hamburg. Und alles zusammen wäre ein ziemlich prima Abend unter ziemlich prima Menschen.

Wie wäre denn da so das Interesse daran?
Würde da jemand kommen? Zuhören, Leute kennenlernen, Spaß haben wollen?
Eure Meinung ist gefragt. Eine grobe Vorabeinschätzung. Um ein Gefühl zu bekommen, ob es Sinn macht, konkret weiter zu planen.

Ich bitte deshalb mal ganz herzlich um ein ehrliches, am besten ausdrucksstarkes Meinungsbild per Umfrageklick und natürlich auch gerne in den Kommentaren. Und auch Teilen wäre natürlich super. Danke!

 


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Liebster Award – 11 Fragen

Vor einer guten Woche wurde ich durch Maribey vom schönen 365 Tageprojekt Findesatz für den Liebster Award nominiert. Herzlichen Dank, ich freue mich über die Wertschätzung.

Um ehrlich zu sein, hat „Stöckchen fangen und werfen“ für mich so ein wenig Kettenbrief-Romantik, aber hey, es tut nicht weh und die sinnvollsten Hausaufgaben sind ja immer die, die einen erstmal zurückzucken lassen. Also mache ich doch einfach mit.

Bei diesem Award geht es darum, sich ein wenig besser kennen zu lernen, einfach mal zu sagen: “Mir gefällt, was du da machst!” und Blogs mit weniger als 200 Lesern bekannter zu machen. Die weiteren Regeln sind:

• es werden 11 Fragen gestellt, die man beantworten soll
• man verlinkt den Blogger, von dem man nominiert wurde
• man nominiert selbst wiederum 11 Blogger
• und stellt diesen dann wiederum 11 eigene Fragen.

Nun denn, los geht´s.
Folgende Fragen stellte mir Maribey von „Findesatz“:

1. Wie ist die Idee zu deinem Blog entstanden?
Sagen wir, es war fast so etwas wie eine Zwangsmaßnahme.
Meine Texte auf dem Herrengedeck wurden immer schwerer und anspruchsvoller. Um das eine nicht zu erdrücken und dem anderen ausreichend Freiheit zum Wachsen zu geben, entstand der Candy Bukowski Autorenblog. Und das war eine sehr richtige Entscheidung, da ich auf beiden Blogs bewusst sehr unterschiedlich schreibe.  Wer mich auf dem Herrengedeck gerne eher locker vom Leder ziehen hört, mag nicht notgedrungen auch meine Erzählungen und Zartbitterkeiten. Leser, die sich freiwillig regelmässig auf über 800 Zeichen Text einlassen und dabei nicht den leichtfüßigen Tagebucheintrag erwarten, sind rar. Der kleine Topf Gold am Ende des WordPress Regenbogens.

2. Lieber Meer oder Berge?
Meer. Immer nur das was fließt, nicht das, was versteinert ist.

3. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Frühling! Absolut! Auf Kälte, Starre und die verklärt gelobten „letzten, goldenen Tage“ könnte ich gut verzichten. Bevor diese Antwort allerdings tiefenpsychologisch gedeutet wird, würde ich sie aber gerne nochmal überarbeiten und etwas Hübsches von Rilke einstellen, um zu beweisen, dass ich das Prinzip dahinter verstanden habe.

4. Welches Buch liest du gerade?
Kaum vorstellbar, da ich eigentlich eine Buchfrau bin, aber ich habe über ein Jahr tatsächlich gar nicht gelesen. Es ging einfach nicht, es funktionierte nur Schreiben oder Lesen. Jetzt nähere ich mich über Wolfgang Herrndorf „Arbeit und Struktur“ und Alice Munro „Liebes Leben“ der Materie wieder an. Jeder der beiden auf seine Art anbetungswürdig. Und dass der Literaturnobelpreis an Erzählungen verliehen wurde, das macht Mut.

5. Welche Art von Blogs liest du gerne?
Ganz ehrlich? Ich lese vergleichbar wenige Blogs, aber ich liebe diejenigen, deren Verfasser Sprache lieben. Ein gewaltiger, bildhafter Vierzeiler kann mich aus den Schuhen kippen, eine lange Nacherzählung des größten Wundertages, grenzenlos langweilen. Ich mag die Zerrissenen und die extrem Klaren. Die, denen ich glauben kann, dass ihr Text lachend oder weinend, aber mit Blut, und nicht nur mit Tinte geschrieben ist.
Es gibt Blogger, die wochenlang vor sich hinplätschern und dann hauen sie einen Text raus, in dem alles steckt was sie in Wahrheit können. Das ist toll. Das berührt mich. Und natürlich diejenigen, die auf hohem Niveau beständig abliefern und trotzig dabei bleiben, obwohl Blogautoren per se, von der Buchbranche als eine Art zu vernachlässigender Wurmfortsatz betrachtet werden. Dass ein Andreas Glumm (um nur den bekanntesten Vertreter zu nennen, es gibt etliche, die das Potential dazu hätten) bis heute nicht in Print zu finden ist, ist für mich ein Zeichen der ungeheuren Dekadenz dieser Branche.

6. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
Immer der aktuelle. Das ist immer der, der noch warm ist.
Ehrlich gesagt, würde ich wahnsinnig gerne von meinen Lesern hören, welcher meiner Texte sie nachhaltig erwischt hat.  Ich selbst bin leider nicht besonders gut darin, meine Texte nach den qualitativen Maßstäben einzuschätzen, die für die Welt außerhalb von WordPress relevant wären.

7. Führe den Satz fort: Kreativität ist…
Arbeit. Die Idee gibt es geschenkt, der Rest ist Handwerk, Hingabe und manchmal auch Hadern.

8. Besitzt du einen Glücksbringer?
Nein, zumindest kenne ich ihn nicht.

9. Sammelst du etwas oder hast du mal etwas gesammelt?
Habe ich mal, ja. Aber es hat so unheimlich lange gedauert, statt dessen auch mal wieder wirkliche, schöne Geschenke zu erhalten, dass ich den Teufel tun werde, zu sagen, was es war.

10. Was hast du dir als letztes gekauft (außer Lebensmittel)?
Ein M. Wie Mut. Und ein V. Wie Vertrauen. Beide schon büschen angeschlagen.
Mein Ziel ist es, unbedingt in absehbarer Zeit wieder in ein hochwertiges Z zu investieren.

11. Unerwartet fällt ein Termin aus und du hast den Vormittag frei. Was machst du?
Leider falsche Frage im falschen Lebensabschnitt. Der Termin wäre mir lieber.

Ob die Autoren folgender Blogs das kleine Frage/Antwort Spiel mitmachen wollen, weiß ich nicht und es sollte nach meinem Gefühl auch keine Pflicht sein. Aber es ist eine Auswahl derer, deren Schreibstil, Gedanken und Sein ich außerordentlich schätze:

1. Rocknroulette
2. Disputnik
3. Andreas Glumm
4. Foodandwineporn
5. Die Mützenfalterin
6. Emma denkt
7. Neunzehn60
8. Wirre Welt Berlin
9. PoetenBlog
10. Madame Lila
11. jemand der einfach gerne möchte

Und hier die Fragen, für diejenigen die mitmachen, und deren Antworten mich freuen würden:

1. Wann ist ein Text ein guter Text?
2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
3. Leben ist…
4. Kreativität ist…
5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
6. Wie lebst Du so?
7. Was fehlt Dir am meisten?
8. Wovon hast Du im Überfluß?
9. Zeigst Du uns eines Deiner ultimativen Lieblingsfotos?
10. Das erste Wort, das Dir mit F einfällt?
11. Ein Satz, den Du schon immer mal, einfach so in den Raum stellen wolltest