Liebster Award – 11 Fragen

Vor einer guten Woche wurde ich durch Maribey vom schönen 365 Tageprojekt Findesatz für den Liebster Award nominiert. Herzlichen Dank, ich freue mich über die Wertschätzung.

Um ehrlich zu sein, hat „Stöckchen fangen und werfen“ für mich so ein wenig Kettenbrief-Romantik, aber hey, es tut nicht weh und die sinnvollsten Hausaufgaben sind ja immer die, die einen erstmal zurückzucken lassen. Also mache ich doch einfach mit.

Bei diesem Award geht es darum, sich ein wenig besser kennen zu lernen, einfach mal zu sagen: “Mir gefällt, was du da machst!” und Blogs mit weniger als 200 Lesern bekannter zu machen. Die weiteren Regeln sind:

• es werden 11 Fragen gestellt, die man beantworten soll
• man verlinkt den Blogger, von dem man nominiert wurde
• man nominiert selbst wiederum 11 Blogger
• und stellt diesen dann wiederum 11 eigene Fragen.

Nun denn, los geht´s.
Folgende Fragen stellte mir Maribey von „Findesatz“:

1. Wie ist die Idee zu deinem Blog entstanden?
Sagen wir, es war fast so etwas wie eine Zwangsmaßnahme.
Meine Texte auf dem Herrengedeck wurden immer schwerer und anspruchsvoller. Um das eine nicht zu erdrücken und dem anderen ausreichend Freiheit zum Wachsen zu geben, entstand der Candy Bukowski Autorenblog. Und das war eine sehr richtige Entscheidung, da ich auf beiden Blogs bewusst sehr unterschiedlich schreibe.  Wer mich auf dem Herrengedeck gerne eher locker vom Leder ziehen hört, mag nicht notgedrungen auch meine Erzählungen und Zartbitterkeiten. Leser, die sich freiwillig regelmässig auf über 800 Zeichen Text einlassen und dabei nicht den leichtfüßigen Tagebucheintrag erwarten, sind rar. Der kleine Topf Gold am Ende des WordPress Regenbogens.

2. Lieber Meer oder Berge?
Meer. Immer nur das was fließt, nicht das, was versteinert ist.

3. Welche Jahreszeit magst du am liebsten?
Frühling! Absolut! Auf Kälte, Starre und die verklärt gelobten „letzten, goldenen Tage“ könnte ich gut verzichten. Bevor diese Antwort allerdings tiefenpsychologisch gedeutet wird, würde ich sie aber gerne nochmal überarbeiten und etwas Hübsches von Rilke einstellen, um zu beweisen, dass ich das Prinzip dahinter verstanden habe.

4. Welches Buch liest du gerade?
Kaum vorstellbar, da ich eigentlich eine Buchfrau bin, aber ich habe über ein Jahr tatsächlich gar nicht gelesen. Es ging einfach nicht, es funktionierte nur Schreiben oder Lesen. Jetzt nähere ich mich über Wolfgang Herrndorf „Arbeit und Struktur“ und Alice Munro „Liebes Leben“ der Materie wieder an. Jeder der beiden auf seine Art anbetungswürdig. Und dass der Literaturnobelpreis an Erzählungen verliehen wurde, das macht Mut.

5. Welche Art von Blogs liest du gerne?
Ganz ehrlich? Ich lese vergleichbar wenige Blogs, aber ich liebe diejenigen, deren Verfasser Sprache lieben. Ein gewaltiger, bildhafter Vierzeiler kann mich aus den Schuhen kippen, eine lange Nacherzählung des größten Wundertages, grenzenlos langweilen. Ich mag die Zerrissenen und die extrem Klaren. Die, denen ich glauben kann, dass ihr Text lachend oder weinend, aber mit Blut, und nicht nur mit Tinte geschrieben ist.
Es gibt Blogger, die wochenlang vor sich hinplätschern und dann hauen sie einen Text raus, in dem alles steckt was sie in Wahrheit können. Das ist toll. Das berührt mich. Und natürlich diejenigen, die auf hohem Niveau beständig abliefern und trotzig dabei bleiben, obwohl Blogautoren per se, von der Buchbranche als eine Art zu vernachlässigender Wurmfortsatz betrachtet werden. Dass ein Andreas Glumm (um nur den bekanntesten Vertreter zu nennen, es gibt etliche, die das Potential dazu hätten) bis heute nicht in Print zu finden ist, ist für mich ein Zeichen der ungeheuren Dekadenz dieser Branche.

6. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
Immer der aktuelle. Das ist immer der, der noch warm ist.
Ehrlich gesagt, würde ich wahnsinnig gerne von meinen Lesern hören, welcher meiner Texte sie nachhaltig erwischt hat.  Ich selbst bin leider nicht besonders gut darin, meine Texte nach den qualitativen Maßstäben einzuschätzen, die für die Welt außerhalb von WordPress relevant wären.

7. Führe den Satz fort: Kreativität ist…
Arbeit. Die Idee gibt es geschenkt, der Rest ist Handwerk, Hingabe und manchmal auch Hadern.

8. Besitzt du einen Glücksbringer?
Nein, zumindest kenne ich ihn nicht.

9. Sammelst du etwas oder hast du mal etwas gesammelt?
Habe ich mal, ja. Aber es hat so unheimlich lange gedauert, statt dessen auch mal wieder wirkliche, schöne Geschenke zu erhalten, dass ich den Teufel tun werde, zu sagen, was es war.

10. Was hast du dir als letztes gekauft (außer Lebensmittel)?
Ein M. Wie Mut. Und ein V. Wie Vertrauen. Beide schon büschen angeschlagen.
Mein Ziel ist es, unbedingt in absehbarer Zeit wieder in ein hochwertiges Z zu investieren.

11. Unerwartet fällt ein Termin aus und du hast den Vormittag frei. Was machst du?
Leider falsche Frage im falschen Lebensabschnitt. Der Termin wäre mir lieber.

Ob die Autoren folgender Blogs das kleine Frage/Antwort Spiel mitmachen wollen, weiß ich nicht und es sollte nach meinem Gefühl auch keine Pflicht sein. Aber es ist eine Auswahl derer, deren Schreibstil, Gedanken und Sein ich außerordentlich schätze:

1. Rocknroulette
2. Disputnik
3. Andreas Glumm
4. Foodandwineporn
5. Die Mützenfalterin
6. Emma denkt
7. Neunzehn60
8. Wirre Welt Berlin
9. PoetenBlog
10. Madame Lila
11. jemand der einfach gerne möchte

Und hier die Fragen, für diejenigen die mitmachen, und deren Antworten mich freuen würden:

1. Wann ist ein Text ein guter Text?
2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
3. Leben ist…
4. Kreativität ist…
5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
6. Wie lebst Du so?
7. Was fehlt Dir am meisten?
8. Wovon hast Du im Überfluß?
9. Zeigst Du uns eines Deiner ultimativen Lieblingsfotos?
10. Das erste Wort, das Dir mit F einfällt?
11. Ein Satz, den Du schon immer mal, einfach so in den Raum stellen wolltest

16 Antworten auf “Liebster Award – 11 Fragen”

  1. Ihre Antwort auf Numero 5 kann man nur beapplaudieren! Und nach meinem Lieblingstext mußte ich nicht lange suchen: „Weil ich es kann. Und Du.“ vom 29.igsten Dezember. Der kriegt mich jedesmal wieder…

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  2. Ich freue mich sehr über deine Antworten! Auch in deinen Antworten ist deine tolle Art zu schreiben spürbar. Bin auch kein Fan von Kettenbriefen und dergleichen, aber bin froh, dass ich dir „das Stöckchen“ zugeworfen habe. Somit kommen wir in den Genuss deiner schönen Antworten. Und schöne Fragen, die du da stellst ….

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  3. Ich weiß nicht mehr wie der Text hieß aber Besuch bei Deinem Freund in der Unfallklinik Murnau und die Geschichte vom Puffgänger, der noch einmal einen drauf gemacht hat bevor es vor bei war, haben mich sehr beeindruckt. 800 Worte schrecken mich nicht. Eher im Gegenteil, weil ich weiß, dass das wieder eine tolle Geschichte wird.

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      1. Genau, beim Nachtzug hatte ich das Gefühl mit im Auto zu sitzen und beim Big Spender die Angst vor dem Weiterlesen, weil irgendwann klar wurde, dass das kein Happy End nehmen wird.

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    1. Lieber Andreas,
      das verstehe ich gut, fühle Dich zu nichts verpflichtet. Die Liste dort oben wäre ohne DIch einfach nicht vollständig gewesen.
      Ich wünsche Dir, dass Du zu Deinen Fragen so etwas wie brauchbare Antworten findest. Und, – nur weil es mir gerade ein klein wenig ähnlich geht, wage ich das zu schreiben – , ich hoffe, sie mögen Dir gefallen.
      Herzl. Gruß, Candy

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