Glück ins Glas!

Silvester Nachmittag saß ich in lieber Begleitung an der Alster. Latte Macchiato und strahlender Sonnenschein, klassischer Hamburger Jahreswechsel, der Winter klirrt hier erst Anfang Februar mit voller Wucht übers Wasser.

Als einer der vielen Alsterjogger, als Unikat lässig mit einem dieser prinzipiell eher blöden Silvesterhütchen an mir vorbeilief, hob ich den Daumen. Er auch, wir lächelten und freuten uns leise. Ich mag solche Momente des stummen Einverständnisses. Und Menschen, die einen einfach so zum Lachen bringen. Mir ist das nicht gegeben, ich würde mir blöd vorkommen, mit einer roten Clownsnase an der Ampel, oder einem Silvesterhütchen auf dem Kopf. Aber es gibt welche, die machen es einfach, aus lauter Unfug und Lebensfreude. Ich mag sowas. Auch die offensichtliche Satire dahinter. Sehr.

Und so klein der Moment war, er hat es in mein Erinnerungsglas geschafft.
Das war vorgenommen und dann von Herzen als Geschenk erhalten. Ein Weckglas, mit einer roten Stoffschleife darum. In dem es die schönen, kleinen und großen Erinnerungen 2014 zu archivieren gilt. Abends nehme ich mir jetzt immer eine Minute. Und schreibe auf kleine Zettelchen, was besonders schön war, am Tag. Und schau mal an: jeder Tag hat etwas zu bieten. Selbst der blödeste bringt noch ein richtiges, wahrhaftiges Zettelchen mit. Hätte er sich sicher auch nicht träumen lassen, der Alsterjogger, dass er in mein großes Weckglas kommt und Teil des großen Ganzen wird, so übers Jahr.

Feiner Spaß, schönes Bild.
Ich mag sowas.

Candy Bukowski

13 Antworten auf “Glück ins Glas!”

  1. Schöner Bericht! Und interessante Möglichkeit, Momente zu konservieren. Ich habe noch so einige leere Notizbücher hier liegen, werde mir eines dafür reservieren.
    Das mit dem Glas erinnert mich an einige Kollegen in der Schule, die hatten so ein Glas auf dem Pult stehen. Auf den Zettelchen standen doch tatsächlich „Böse Wörter, die wir im Unterricht nicht sagen!“

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  2. Und ich freue mich auf das, was Du uns mit Deinem Schreiben für unsere Gläser schenkst.

    Hape Kerkeling hat in seinem Bestseller über seine Pilgerreise dem Tagebuch am Ende des Tages jeweils die kurze „Erkenntnis des Tages“ beigefügt: Auch eine gute Idee, sich bewusst zu machen, dass selbst ein Tag, der einem Schmerzen bringt, so abgerundet werden kann, dass man darin die Lehren eines gütigen Onkels auszumachen lernt.

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