Ich lese nicht. Und ich schreibe nicht. Ich spreche recht wenig. Und bin mir nicht einmal sicher, ob ich zur Zeit besonders viel denke. Eigentlich bin ich nur. Mehr braucht es nicht. Nur zu sein ist manchmal viel. Ich habe die wichtigsten Telefonate geführt. Mit den Menschen die mich dankenswerter Weise lieben und sich sorgen. …
Durch Mondsonaten dunkle Schleierwolken ziehn
Vergessen. Dass der Himmel nicht nur Sterne birgt, auch Unendlichkeit an Nichts. Dass Wasser trägt, und dennoch alles was nicht schwimmt in seine Tiefe zieht dass Flut sich Ebbe machtvoll in den nassen Rachen schlingt, wir fröhlich Wärme tanken, unter einem Feuerball und hohe Bäume bei Gewitter furchtsam sind. Dass der schöne, bunte Herbst den …
Vielleicht im Frühjahr, wenn es gnädig wäre
Sie stapfte durch die kalte Winternacht und hinterließ kaum Abdrücke im frischen Schnee, der durch das anhaltende Windgestöber, umgehend wieder verweht wurde. Die Schultern hatte sie fröstelnd hochgezogen, eine wandelnde Verspannung auf dem Weg durchs Deckendunkel über weißer Pracht. Man sagt, wenn Du frierst, dann lass die Schultern locker. Dann komm in Deinen Schritt und …
Treuepunkte am Strassenstrich
Es gibt Plätze, die kennt kaum eine Sau. Nur diejenigen, die mittendrin leben. Aus Gründen. Und diejenigen, die bewusst nicht dort leben. Auch aus Gründen. Zwischen den Gründen liegen Welten. Das Hamburger Bahnhofsviertel ist genau so ein Ort. Der Hansaplatz hat dort seine Geschichte. Und die ist alt und schlecht geschminkt, trägt einen viel zu …
Ein Glas auf uns, und eins auf die See
Ich bin ein Bühnenmensch. Setzt mich vor eine Bühne, auf der einer wirklich etwas zu sagen hat, der bewegend spricht und singt, und ich zehre wochenlang von der geschenkten Emotion. Von den zurückgebliebenen Worten in den schweren Vorhängen, vom Kegellicht das seinen Sprecher fokusierte, von der Stille die einen ganzen Raum füllte, das Parkett, einen …
Nun trau Dich doch mal!
"Na, nun rutsch doch! Nun trau Dich doch mal..." Hatten die Eltern gerufen. Unten stehend. Beide Superschwimmer vor dem Herrn, den Kopf immer schön steif mit der Badekappe übers Wasser haltend. Erst motivierend positiv, dann einen gigantischen Eisbecher versprechend . Und schließlich mit leicht himmelwärts verdrehten Augen. Wie konnte es denn sein, dass das Kind …
Unterwegs – Weihnachtsengel
Bis zur bitteren Neige
Er rülpste laut, schimpfte ein wenig vor sich hin, dass er hier auch alles selbst machen müsste, und schmierte sich ein Leberwurstbrot. Ein halbes Pfund grobe Leberwurst auf einen dicken Kanten Brot. Selbst wenn sie das Rülpsen nicht gehört hätte, selbst wenn sie nicht von der abgesessenen Sofaecke schräg hinüber zur Küche hätte sehen können, …
Street Art – All die Sommer
Vom unbezahlbaren Luxus vor Luxor
Nicht geschenkt hatte sie diesen Urlaub damals haben wollen. Nicht geschenkt. Aber da sich die Schwestern Pfote in Sachen Dickköpfigkeit in nichts nachstanden, hatte sie ihn schließlich bezahlt und sich Gottsergeben auch ein wenig darauf gefreut. "Wir verreisen!", war die Ansage von Lisa Pfote gewesen. "Um genau zu sein, machen wir einen Abenteuerurlaub, denn so …
