Fragmente des Fragments V

Was man lernt, ist:
dass Aufgabe nachgeben sein kann,
und Mut selbst in kleinen, dunken Ecken blüht.
Dass mit sich selbst gelassen wird,
wer großzügig mit anderen beginnt, überraschender Weise
nicht umgekehrt.

Was man lernt ist, dass man stark wird durch die Schwäche,
und wächst, an Stille die von brausend Tosen in Klarheit übergeht,
dass wer zu viel verzeiht, sich unverzeihlich wird
und man vom Acker jagen darf, wer dir den deinen niemals gut bestellt.

Dass alles seine Zeit hat. Hell und Dunkel.
Und nur wer sie sich nimmt, mit ihr in Frieden leben kann.
Mit ihr, den Menschen, Lieben, Seelen, Herzen.
Kein Suchen, Jagen, Finden.
Nur allein.

Was man lernt ist, andere weinen sehen und dennoch selbst zu lachen.
Nichts bleibt, vielleicht dreht morgen schon der Wind.
Dem Du verbunden, ohne Ich zu spalten.  Ein jeder für sich selbst
und dennoch Trost in allen Dingen.

Sich selbst auszuhalten. Ohne einzuknicken,
nicht außen suchen, was im Innen fehlt.
Geduld zu haben, ohne fälschlich zu erdulden,
sich selbst der sein, der so vermeintlich fehlt.

Candy Bukowski

15 Antworten auf “Fragmente des Fragments V”

  1. Liebe Frau Bukowski, jetzt muss ich es doch mal sagen … Still und ruhig lese ich Ihre Fragmente und die Worte breiten sich in mir aus und siedeln sich in meinem Herz ein.
    So persönlich. Danke und Ihnen von Herzen alles Gute. Melanie Coupar

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  2. Ich beschreibe Dir einfach mal eine Gefühle, wenn ich die Fragmente-Serie lese: Es entsteht sofort ein beklemmendes Gefühl. Der Hals schnürt sich zusammen und ich lese immer schneller in der Hoffnung auf ein Fünkchen Hoffnung. Ich finde nichts und lese es noch einmal. Die eine Seite sagt „lass es, das ist alles traurig und düster“ und die andere Seite sagt „Nein, nimm Dir die Zeit und lese mit Ruhe“.

    Du merkst, dass ich mich schwer tue mit Deinen „Fragmenten“. Sie sind toll geschrieben, sie nehmen mich in Beschlag und doch spiegeln sie etwas was ich nicht „sehen“ will obwohl ich weiß, dass es nichts bringt, die Augen zuzukneifen.

    Das Leben ist kein Ponyhof und auch kein Wunschkonzert. Es würde mich allerdings sehr freuen, wenn Du bald wieder Grund hast über „strahlenden Sonnenschein“ zu schreiben.

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    1. Lieber Guinness, spannender Kommentar, danke dafür. Das ist schräg, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Für mich ist dieser Text absolut voller positiver Klarheit und wenn Du so magst, „hoffnungsvoll“, auch wenn ich das Wort etwas abstrakt finde. Auch das letzte Fragment, mit der Dusch & Güssestory hat mir wirklich Spaß gemacht. Da war ich nicht im geringsten niedergeschlagen. Witzig, wie unterschiedlich das empfunden wird.
      Nein, das Leben ist, und aktuell etwas spezifischer kein Ponyhof, aber auch keine Sonnenfreie Zone. Habe ich jemals über „strahlenden Sonnenschein“ geschrieben? Im HG vielleicht, aber hier war das doch nie mein bevorzugtes Metier, oder? Vielleicht hilft es Dir, wenn Du dich davon löst, dass das hier ein Lebentagebuchblog sei. Isses ja nicht.
      Aber ich werde mir Mühe geben, für Dich mal wieder was nettes vorzubereiten :) LIebe Grüße! Candy

      Gefällt 2 Personen

  3. Ich habe Sir Alec’s Kommentar gelesen und muss empört aufstehen und laut „aber nicht doch!!“ rufen… :-)
    Auch wenn die Situation aus der die Fragmente entstehen „traurig“ oder „beklemmend“ sein mögen … deine Worte strahlen Hoffnung und Positives und Optimismus aus … Die Erkenntnis einiger Dinge mag hart sein, der Weg steinig, es wird Rückschritte geben, aber es liest sich, als ob Dein Zentrum gestärkt wird, der Blick auf das Wesentlich, ein Vertrauen in Dich und Deine Werte … So liest sich das für mich! Und ich möchte das immer im Kopf hören als Ermunterung nie Aufzugeben… Und das Besinnen auf meine Stärken … Ich stehe quasi mit Cheerleader-Puscheln an der Zielgeraden :-)

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  4. aus dem negativen heraus das eigene ich akzeptieren…und am ende des lernprozesses steht das aushalten meines besten freundes und größten feindes….das akzeptieren meiner selbst…
    wow…du schaffst es gut meinen eigenen wirren gedanken neue impulse zu geben…. danke (zwinker)

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  5. Ein sehr starker und so kluger Text, der mir aus der Seele spricht.
    Danke fürs Lesendürfen und ich wünsch Dir einen großen Erfolg und viel Freude auf der spannenden Lesung.
    Und Kraft. Viel davon.
    Viele Grüße
    von der Karfunkelfee
    …toitoitoi…schönes Lampenfiebergekribbel…gut fürs Herz…

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