Candy Bukowski

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Teilen macht glücklich

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Und ich freue mich unheimlich, wenn Euch das ein oder andere Zitat aus den „Helden“ vielleicht so gut gefällt, dass Ihr es durch die Welt schicken, an Freunde senden, auf Eurem Blog einbinden, oder auf die große „Social Media Reise“ schicken wollt.

Denn wir haben einen großartigen, heldenhaften Start hingelegt, es gibt tolle Rezensionen und Leserstimmen, der Titel wurde von BOD in das Indie-Book-Magazin aufgenommen, das dem Buchreport Magazin in allen Buchhandlungen beiliegt, Amazon hält nun dauerhaft lieferbar, bei der Buchhandlung Janssen in Bochum gab es unglaubliche 20 Vorbestellungen…  ganz großartige Dinge passieren. Weiterlesen


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Komm, wir melden Insolvenz an, an die Liebe

Komm. Komm mit, wir gehen jetzt nach vorne an die Theke und bezahlen.
Für jeden Kuss ein Glas voll Tränen, für jede liebestolle Nacht ein Wochenbett an Schmerzen. Für alle Blöße und die umgekehrte Haut, die wir uns zeigten, blechen wir mit einem Aderlass und dafür, dass nichts bleibt, reichen wir das letzte Hemd hinüber.

Komm, wir gehen raus und schauen schweigend hoch zum Mond, weil nun die Sonne schwarz trägt und kein Wort erklären könnte, was wir uns noch sagen wollen. Und die Gerichtsbarkeit der Fragen keine Schuld verteilt aber dennoch lebenslänglich uns als Urteil spricht. Komm, wir gehen raus und zahlen für die kleinen Zeiten voller größtem Glück mit langen Strecken heißem Pech an unseren nackten Füßen. Und dann schlagen wir die Zeit tot, dieses Monstrum an Vergänglichkeit, das kein größeres Vergnügen kennt, als uns Tag für Tag lachend beim Sterben zuzusehen.

Komm, wir heulen uns jetzt ein paar Jahre leer und kotzen Galle auf den ungeklärten Sinn des Lebens. Und wenn die Kraft noch reicht, dann wagen wir ein Tänzchen auf unserem eigenen Grab. Dem einzigen, das felsenfest besteht, während der Rest bodenlos in Sand verrinnt. Komm, wir gehen raus und schlachten unsere letzten Träume. Und wenn noch einer zuckt, erschlagen wir ihn mit dem Beil. Denn was wäre das für ein fataler Irrsinn: zu glauben was wir uns wünschen, hätte auch das Recht zu sein.

Komm, wir gehen raus und werden hart im Nehmen, weil das viel selbstverständlicher erscheint, als füreinander weich zu bleiben. Und halten durch. Für irgendwas was kommt und wieder geht und keinen Anspruch hegt, uns jemals wieder zu erschüttern in Grundfesten. Komm, wir gehen raus und tun so, als wüssten wir es nicht. Dass der Teil der wir uns waren, sich niemals wieder einem anderen zeigen kann. Und dass im Laufe der Zeit somit nichts übrig bleibt, was unbedarft und unverletzt, nochmal zu teilen wäre. Und somit schweigt und stirbt und uns verloren geht.

Komm, wir gehen jetzt raus. Und melden Insolvenz an, an die Liebe. Und weil eins das andere ist, auch gleich ans Leben. Was sind schon sieben Gottverdammte, lange Jahre Wohlverhaltenspflicht, um das vergangene Glück, das Wir, das War, das Weh zu sühnen?

Komm.


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Was man kennt

Jetzt ist es wiedereinmal gut. Jetzt ist alles wieder wie zuvor und wie zuvor war, wissen wir ja beide. Und was man kennt, erträgt sich. Sagt man. Sagen sie. Sage ich, einfach nur um was zu sagen. Nur dass zuvor so voll war, so unerträglich voll an uns, das lässt die Sache hinken.

Aber dann hinke ich eben wieder, was man kennt erträgt sich. Und du schläfst weiter neben deiner Frau, als wärst du nie weggewesen, nie fortgegangen, nie rundum angekommen, anderswo. Das hat sie nicht gemerkt, das wollte sie auch gar nicht wissen, das hat sich irgendwie ertragen zwischen euch und heimlich fortgewesen zählt wohl nicht als fort.

Jetzt ist es gut. Jetzt ist alles wieder wie zuvor und in den meisten Nächten brauche ich dich nicht vermissen. Nicht mehr als sonst. Du liegst weiter halb an deinem angewohnten Platz, wie Tag für Tag das ganze Jahr. Bis auf die gestohlenen, die ganzen. Als wärst du nie hier gewesen, nie angekommen, nie immer wieder neu versprochen an das Glück.

Nein, da ändert sich doch nichts, das ist und bleibt wie lang zuvor. Wie gestern noch und alle hungrigen Wochen, die sich zu fetten Monaten fraßen, als gäbe es nichts zu verlieren, nichts und niemanden auf dieser Seite deiner Welt. Die die unsere ist, ein klitzekleiner Wunschplanet, besiedelt von zwei Wölfen auf wunden Pfoten und sonst nichts.

Was gäbe es schon? Was gäbe es schon zu vermissen, was nicht genauso bleibt, wie wir es kennen. Ich hier, du dort, im Zwischenraum der Wunsch nach so viel mehr und Warten auf ein Wunder. Oder die Zeit, das arme Ding, haltlos geschunden in die Ewigkeit. Was gäbe es schon? Was wir uns nicht längst herausgeschnitten und zuckend entgegengereicht hätten, aus dir und mir, immer wieder neu verraten an Furcht, Einsamkeit und Wankelmut?

Jetzt ist es gut. Jetzt ist alles wieder wie zuvor und wie zuvor war, wissen wir ja beide. Und was man kennt, erträgt sich, sagt man. Sagen sie. Sagt die ganze, gottverdammte Welt. Und irrt. Es erträgt sich nichts, im uns kennen und versagen.

Candy Bukowski


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Wäre die Freiheit… (Flaschenpost I)

Wäre die Freiheit,
ein großer Bogen, weißes, reines, grenzenloses Stück Papier.
Du müsstest es beschreiben, bemalen,
ihm Geschichten geben und Gestalt,
vielleicht ein Muster, ein breiter Pinselstrich aus deinen Farben.

Du müsstest es falten.
Zu einem Boot und es zu Wasser lassen.
Oder ihm Flügel knicken, um zu fliegen.

Es in einen Umschlag stecken, adressieren und versenden.
Mit einem Gruß, Gedicht, Gedanken, einem Du.
Ihm etwas auf den Weg mitgeben, zu berichten.
Um einzuladen, zu verbinden, zu verzeihen.

Wäre die Freiheit ein weißes Blatt Papier,
du müsstest sie beleben. Belieben. Bewundern, Beseelen.

Verbindlich mit ihr sein, damit sie sich verbindet.
Und wagen, dich in ihr mit etwas festzulegen.
Was besteht.
Und bleibt.
Vertrauensvoll und ohne Jagen.

Das müsstest Du und würdest es verstehen.

Die Freiheit, ohne Zeichen, ohne Ziel,
im Zaudern blank und frei gelassen,
läge nur vor, – doch nie in dir.

Wäre nur ein großer Bogen, weißes, reines, ungenutztes Stück Papier.

Candy Bukowski


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Gestern, wie heute, wie morgen

Aus einer lang vergangenen Zeit. Fast vergessen, schon fast nicht mehr wahr.
Und dennoch ewig wahr. Gestern, wie heute, wie morgen. Immer wieder neu zu (unter)schreiben

Die Zeit IST die Wunde


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Wie das so ist…

… wenn die Zweierdinge am Bett fallen, wie erschossene Soldaten,
Fotografien in Schwarzweiß, mit dem Kopf nach unten vergraben.
Dann wenn der Frieden verloren ist und den Krieg keiner gewinnen würde.
Wenn Blutspuren quer durchs Land führen
und die Toten davon sprechen, dass kein Schuldiger zu finden ist.
Nur die Sehnsucht nach der Zeit. Und weiter Weg, bei aller Liebe.

Dann, wenn die Bücher verbannt werden,
mit ihren handschriftlichen Zeilen,
alles in Kisten verpackt, wie Zukunftsdiebe aus dem Haus gejagt,
Reisekarten und -führer , ein Hauch an Savoir-vivre,
AmLebenbleibKalendarium, gefixter Stern am Firmament
Beleg und Quittung für überschäumend große Pläne mit dem Glück.

Wie das so ist,
wenn jeder greifbare Tutnichtgut verräumt und beerdigt,
jede Nachricht entfernt, Stimme gelöscht und Hoffnung begraben wurde.
Ein großer Umweg um all die vielen Plätze führt, an denen Einer Keiner ist,
und weg von den Geschichten, die frischen Schorf aus tiefen Wunden kratzen.
Dort, wo kein Stück mehr, unverrückt an alter Stelle steht,
kein Haar auf dem Kissen, kein Atemzug an meinem Hals.

Wie das so ist,
wenn alles durchgewischt und weggetan,
wenn endlich alles schweigt, was mich erinnern könnte,
Türen, Fenster, Herzen fest verschlossen und die Augen kneif ich zu.

Wenn rein gar nichts mehr da ist, außer mir allein.
Und dann,  tief in meiner leersten Halle, – Du.

Candy Bukowski


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Durch Mondsonaten dunkle Schleierwolken ziehn

Vergessen.
Dass der Himmel nicht nur Sterne birgt, auch Unendlichkeit an Nichts.
Dass Wasser trägt, und dennoch alles was nicht schwimmt in seine Tiefe zieht
dass Flut sich Ebbe machtvoll in den nassen Rachen schlingt,
wir fröhlich Wärme tanken, unter einem Feuerball
und hohe Bäume bei Gewitter furchtsam sind.
Dass der schöne, bunte Herbst den Sommer fleddert
und im Winter Grabeskälte in die wärmsten Knochen kriecht.

Vergessen und verdrängt.
Dass alle Tage kürzer werden, neben langen Nächten
durch Mondsonaten dunkle Schleierwolken ziehn,
dass jeder Stunde Wahrheit schlägt,
und jeder Wahrheit schon ein Richter
an Jahr und Tag und Lebenszyklen gegenüber steht.
Dass jede Zeit für alle Zeit vergeben
und keine Uhr bewahrt, was Augenblicke zählt.

Verdrängt und vermieden.
Dass jeder Stein wir selbst uns sind, im Stolpern wie im Fallen,
gehangelt wird am Seil, dem Glück entgegen und vorbei,
manches zu groß um unverletzt bestehend,
dem Kleinen ausgeliefert
Weg und Ziel und Ewigkeit, gelebter Traum und Klarheit sei.
Zu spüren und zu wissen, dass fehlen wird, was fehlt
und narben wird, für alle Zeit in Haut und Herz getragen.

Erinnernd.
Ohne Gram. Der Bitterkeit ist selten lange Stund gegeben,
was lange schmerzt, dagegen, wird auch lange tragen,
deckt uns mit einer schweren Sehnsuchtsdecke zu,
verlorene Seelen, im vermissten Arm begraben.

Candy Bukowski


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Aufrecht und aufrichtig

Weißt Du, vielleicht bin ich Dir ein seltsamer Mensch.
Durchaus an manchem gescheitert, allem voraus immer wieder an gelebten Lieben. Aber verraten… verraten habe ich sie nie.

Mit wem ich geflogen bin, mit dem habe ich auch gefightet.
Wer mir ans Herz ging, zog mit mir auch in die Schlacht.
An wessen Seite ich auch war, ich stand gerade.
Und auch wenn es brach, konnten wir uns immer in die Augen sehen.
Ich habe auch Schmerz gebracht, nicht reine Wonne.
habe sicher nie geschont, Gefühl ist radikal, im Bleiben wie im Gehen.
Wir haben uns den Dolch im Herzen umgedreht und Blut geweint,
doch gewetzte Messer zum Dessert. Die gab es nie.

Ich habe keinem aus seinem neuen Leben einen Strick gedreht,
niemanden gehasst, der mich einmal zu lieben wusste,
bin immer die geblieben, die ich war.
Auch angeschlagen, angezählt, am Boden kriechend,
wenn ich mich hochzog, war ich wieder da und stand.
Ein für alles, was uns je verband.

Nicht einer würde jemals sagen, ich sei unverbindlich.
Nicht einer zweifelt an loyal und wittert mir Verrat.
Nicht eine Lüge, nicht ein Gift hat Weg gefunden zu zerstören.
Was wertvoll war und wertvoll bleibt und Wert vergibt, gerade in Distanz.
Ich spiele nicht mit Macht, plappere nicht Unwahrheiten,
führe keine Kriege, verdrehe meinen Schmerz niemals in fremden,
und wenn auch einer geht, wir gehen uns nie ganz.

Ich habe nie vernichtet. Und werde damit auch in Reife nicht beginnen.
Das dumme Spiel so vieler “Liebender auf Zeit” ist mir zu fremd.
Wer immer Gift versprüht, vergiftet nur seine eigene Geschichte,
nenne mich arrogant und handhabe es anders,
ich habe mir jede einzelne aufrichtig verdient.

Candy Bukowski


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Liebeskreislauf ~ Narrenschatz

Da steht man plötzlich so.
Und spürt den einen Blick, der Kraft besitzt, das unterste nach oben umzukehren.
Verwundernd leicht und magisch an den Strippen ziehend.
Welch große Macht, der erste Blick, den man sich wiederholen möchte.

Da spricht man plötzlich so.
Und gibt sich Mühe, alles klug und wunderprächtig zu erzählen.
Ein Band zu schmieden, das einer Fessel gleicht,
dem sich der andere hilflos gern ergeben möchte.

Da küsst man plötzlich so.
Und spricht mit wahren Engelszungen einander frei von allem, was bedrückt.
Was schwer uns auf der Seele liegt und auf dem Herzen.
dem plötzlich Flügel wachsen und tiefe Sehnsucht nach dem Mehr.

Da liegt man plötzlich so.
Und teilt das erste Kissen, die erste Nacht und manch verwegene Idee.
Kriecht sich in alle Poren und erobert jeden Winkel,
macht sich vertraut, was eben unbekannt und reizvoll war.

Da sitzt man plötzlich so.
Und möchte ewig sitzen, eng beeinander, Wort an Wort und Haut an Haut.
Will Zeichen sich einander in die Seelen ritzen,
verliebte Narren. Wo warst Du nur? Und bleib, geh nie verloren.

Da liebt man plötzlich so.
Und möchte niemals wieder anders Zeit verschwenden, als im Du.
Baut sich ein Wir, ein Schloß, die Burg am Berg,
verschanzt sich drin und sperrt die Welt hinaus vor`s Tor.

Da lehnt man plötzlich so.
Und lässt den Blick von oben auf der Zinne über Länder streifen.
So viel Weite, so viel unbekanntes, schönes Land,
und innen alles so erobert, tief vertraut, gebannt.

Da wundert man sich plötzlich so.
Und kehrt direkt zurück zum beieinander sitzen, nur ohne Wort und ohne Haut.
Reißt sich die Burg nicht ein, lässt keine Wunder blitzen.
Verdammte Narren! Nicht ineinander schauen. Gemeinsam übers Land!

Candy Bukowski


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Kompromisslos. Lebe Wohl.

Daß sie ihn liebe, aber noch mit anderen schlafen könnte,
erschien ihm stimmig und im Bereich der geordneten Herzensdinge.

Daß sie mit keinem anderen schlief, aber andere noch liebte,
war ihm zu viel, das grenzte an Verrat,
und unvorstellbar großes Leid.
Kein Platz, kein Sein, in all den vielen Dingen, – für ihn.
Kompromisslos Mitternacht, verloren in Tiefschwarz.

Sie trank die letzte Flasche Wein,
auf sein Wohl und auf die Sommerliebe.
Und ließ ihn schmerzlich ziehn.
Kein Platz, kein Sein, in all den vielen Dingen, – für sie.
Kompromisslos Mitternacht, verloren.

Ihn zog es heim, zu allem was er brauchte,
zu Wohl und Wehe, vertrautem Schmerz im tausendsten Versuch,
und dankte dem die wahre Liebe,
den Platz, das Sein, in all den vielen Dingen.
Kompromisslos Mitternacht.

Aufrecht steht sie in allen Wellen,
treibt weiter durch lebendige Gezeiten und ihr Spiel,
umarmt verkannt Vergänglichkeit und alle Tiefe,
den Platz, das Sein, in all den vielen Dingen.
Kompromisslos.

Lebe wohl.
Ich wünsch Dir Glück.

Candy Bukowski