Aufrecht und aufrichtig

Weißt Du, vielleicht bin ich Dir ein seltsamer Mensch.
Durchaus an manchem gescheitert, allem voraus immer wieder an gelebten Lieben. Aber verraten… verraten habe ich sie nie.

Mit wem ich geflogen bin, mit dem habe ich auch gefightet.
Wer mir ans Herz ging, zog mit mir auch in die Schlacht.
An wessen Seite ich auch war, ich stand gerade.
Und auch wenn es brach, konnten wir uns immer in die Augen sehen.
Ich habe auch Schmerz gebracht, nicht reine Wonne.
habe sicher nie geschont, Gefühl ist radikal, im Bleiben wie im Gehen.
Wir haben uns den Dolch im Herzen umgedreht und Blut geweint,
doch gewetzte Messer zum Dessert. Die gab es nie.

Ich habe keinem aus seinem neuen Leben einen Strick gedreht,
niemanden gehasst, der mich einmal zu lieben wusste,
bin immer die geblieben, die ich war.
Auch angeschlagen, angezählt, am Boden kriechend,
wenn ich mich hochzog, war ich wieder da und stand.
Ein für alles, was uns je verband.

Nicht einer würde jemals sagen, ich sei unverbindlich.
Nicht einer zweifelt an loyal und wittert mir Verrat.
Nicht eine Lüge, nicht ein Gift hat Weg gefunden zu zerstören.
Was wertvoll war und wertvoll bleibt und Wert vergibt, gerade in Distanz.
Ich spiele nicht mit Macht, plappere nicht Unwahrheiten,
führe keine Kriege, verdrehe meinen Schmerz niemals in fremden,
und wenn auch einer geht, wir gehen uns nie ganz.

Ich habe nie vernichtet. Und werde damit auch in Reife nicht beginnen.
Das dumme Spiel so vieler “Liebender auf Zeit” ist mir zu fremd.
Wer immer Gift versprüht, vergiftet nur seine eigene Geschichte,
nenne mich arrogant und handhabe es anders,
ich habe mir jede einzelne aufrichtig verdient.

Candy Bukowski

10 Antworten auf “Aufrecht und aufrichtig”

      1. Norditalien im Sinne von München oder richtiges Norditalien?
        Das ist mit der größte Spaß an der Anonymität, dass man sich Leute aufgrund ihrer Beiträge vorstellt. Man hat ein klares Bild vor sich und dann kommt ein neuer Eintrag oder Kommentar und auf einmal muss man alles über den Haufen werfen.

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      2. Und vermisst Du die Nähe zu Italien? Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, aber die ersten 3 Jahre habe ich immer wieder Glücksgefühle gehabt, wenn ich einfach so über den Brenner nach Italien fahren konnte. Der erste Cappuccino an der 2. Autobahnraststätte…

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  1. Dieser Text ist ganz wunderbar. Ich liebe auch sein Tempo, und es ist ganz zauberhaft, wie er poetisch wird, ganz unverkrampft. Dabei ist der Inhalt, die Botschaft, von einer Weisheit, die manche Träne gekostet haben dürfte.

    Wow. Du „hast mich“. Hier lese ich, hierher komme ich ganz bewusst. Und mein Traum liest hier bald auch. Da bin ich mir sicher.

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